Doktorarbeit: Philosophische Dimension einer neuen "Kulturtechnik"

Philosophische Dimension einer neuen "Kulturtechnik"

Informations- und Kommunikationstechnik. Entwicklungen und Auswirkungen auf den Menschen und sein Bewußtsein

BOETHIANA – Forschungsergebnisse zur Philosophie, Band 33

Hamburg 1998, 292 Seiten
ISBN 978-3-86064-849-0

Bewusstsein, Geschichtswissenschaft, Informationsgesellschaft, Konstruktion von Wirklichkeit, Künstliche Intelligenz, Sprachverlust, symbolische Rezeption, Technikphilosophie, Virtualisierung

Zum Inhalt

Die Welt, in der wir leben, ist maßgeblich von der Technik geprägt. Sie durchdringt alle Bereiche unserer Erfahrung und ist durch ihre Wirkungen zugleich mit bestimmten Bewusstseinsformen und Wertorientierungen, mit Handlungsbereitschaften und Lebenshaltungen verknüpft. Sie transzendiert ihre Rolle als praktisches Mittel für bestimmte Zwecke, denn sie ist konstitutiv für die symbolische Neuschaffung der Welt durch den Menschen. Sie unterstützt nicht nur unser Handeln, sondern verändert unser Selbstverständnis und unsere kognitive Weltorientierung.

Dass diese Thesen nicht nur für Technik allgemein, sondern im besonderen Maße auch für die Informations- und Kommunikationstechnik (IuK-Technik) gelten, soll in dieser Arbeit aufgezeigt werden: Die IuK-Technik wird mit ihrer „weltbildgenerierenden Kraft“ im zunehmenden Maße bestimmen, was für uns „Wirklichkeit“ heißt. Virtualisierung, Visualisierung, Fragmentarisierung und Tendenzen, die sich mit dem provokanten Stichwort „Sprachverlust“ zusammenfassen lassen, werfen die Frage auf, ob hier nicht eher ein „Weltverlust“ als eine „erweiterte Wirklichkeitswahrnehmung“ zu erwarten ist. Mit dem Prozess der Informationalisierung setzt sich jener Trend zur symbolischen Rezeption von Welt fort, der schon angelegt ist in dem „mathematisch-naturwissenschaftlichen Weltbild“.

Die Beschreibung, Analyse und Kritik „kultureller Deutungsmuster“ stellen im Endeffekt den Schlüssel zu einem Verständnis der Entwicklungen und Auswirkungen um die IuK-Technik dar. Es geht darum, die „geistige Situation der Zeit“ (Jaspers) an ihren Spuren zu erkennen, sie zu beschreiben, zu reflektieren und zu kritisieren, aber auch darum, die kulturellen Herausforderungen auf der Grundlage dieser Kritiken zu formulieren. Ziel dieser Arbeit ist es, die zahlreichen Bereiche des Menschen, die durch den schleichenden Prozess der „Informatisierung“ berührt werden, überhaupt einmal darzustellen und deren Verwandlungen philosophisch zu hinterfragen.



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