Dissertation: Compliance von Kindern und Jugendlichen

Compliance von Kindern und Jugendlichen

Vergleichende Untersuchungen bei kieferorthopädischer Behandlung von Diabetes mellitus

Studienreihe psychologische Forschungsergebnisse, Band 35

Hamburg 1998, 232 Seiten
ISBN 978-3-86064-814-8

Arzt, ComplianceKinder, Diabetes Mellitus, Jugendliche, Kieferorthopädie, Medizinpsychologie, Patient, Psychologie

Zum Inhalt

Der Anspruch auf ein partnerschaftlicheres Verhältnis zwischen Patient und Arzt setzt auch eine höhere Selbstverantwortung seitens des Patienten und seine aktive Mitarbeit bei der Therapie voraus. Diese sogenannte Compliance ist besonders bei Langzeitbehandlungen und chronischen Erkrankungen unverzichtbar, um den Behandlungserfolg zu sichern. Andererseits dient der Hinweis auf mangelnde Mitarbeit nicht selten dazu, ausbleibende Therapieerfolge zu rechtfertigen, und kann die Arzt-Patient-Beziehung belasten.

In seiner Studie Compliance von Kindern und Jugendlichen geht der Autor den Fragen nach Ausmaß, objektiver Bestimmung, Ursachen und Verbesserungsmöglichkeiten der Patientenmitarbeit anhand einer ausführlichen Sichtung der neueren Forschungsliteratur nach. Im Rahmen einer vergleichenden empirischen Untersuchung an kieferorthopädisch behandelten und diabeteskranken Kindern und Jugendlichen wird die gesamte Spannbreite der Mitarbeitsproblematik analysiert.

Als Ergebnis seiner Analysen konstatiert der Autor, dass bei der Langzeitbehandlung von Kindern und Jugendlichen eine Befolgung der ärztlichen Anweisungen im Durchschnitt nur zu etwa 50% - bei hoher individueller Variabilität - stattfindet. Dabei ist die Einschätzung der Mitarbeit durch Patienten und Ärzte häufig stark subjektiv verzerrt und birgt damit das Risiko von Fehlentscheidungen während der Therapie. Wesentliche allgemeine Faktoren, die die Mitarbeit von Patienten im Kindes- und Jugendalter bestimmen, sind die Behandlungsdauer und der Grad der aktiven Selbststeuerung des Patienten. Weitere Faktoren scheinen je nach Schweregrad der medizinischen Problematik unterschiedlich wirksam zu sein. Die Arzt-Patient-Kommunikation erscheint eher als Kristallisationspunkt denn als Determinante der Patientenmitarbeit.



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