: Metapher und Bewegung

Metapher und Bewegung

PHILOLOGIA – Sprachwissenschaftliche Forschungsergebnisse, Band 33

Hamburg 1999, 498 Seiten
ISBN 978-3-86064-768-4 (Print)

Aristoteles, Figuren, Immanuel Kant, Kant, Metapher, Platon, Poetik, Rhetorik, Sprachwissenschaft, Topik

Zum Inhalt

Das Band mit den Griechen nicht abreißen zu lassen, das zählte für eine ganze Epoche zu den genuinen Aufgaben deutschen Dichtens und Denkens. Inwiefern sich diese Aufgabe in bezug auf die Sprache und ihre Erkenntnis in einem ursprünglichen Sinne wiederholen lässt, ist die Kernfrage, der dieses Buch gewidmet ist.

Wenn Goethe in seinen „Maximen und Reflexionen“ bemerkt: „Nicht die Sprache ist an und für sich richtig, tüchtig, zierlich, sondern der Geist ist es, der sich darin verkörpert“, so lässt sich dem ein heuristischer Hinweis entnehmen. Für die germanistische Literaturwissenschaft hat die Erschließung der Geschichte der Geistlehre von ihren antiken Ursprüngen bei den Griechen her eine maßgebende, ja grundlegende Bedeutung, wobei es nicht zuletzt auch darauf ankommen muss, die Möglichkeiten des Anschlusses der Gegenwart an diese Geschichte zu erkunden. Beide Aufgaben versucht das Buch anzugehen, indem es das Metaphorische als Schnittfeld von gegenwärtigem Sprachbewusstsein und „goethezeitlicher“ Geisterfahrung kenntlich macht und dabei u.a. zeigt, wie aus Schellings Spätphilosophie zentrale Elemente für eine geisthermeneutische, dem griechischen Sprachsinn entsprechende Verständnisgrundlegung des Wesens der Metapher und der mit ihr verwandten Erscheinungen des rhetorischen Figurenkapitels gewonnen werden können.

Die geschichtliche Perspektive des Buches ist einerseits dadurch bestimmt, dass die Griechen die Betrachtung und Erklärung der Metapher drei Spezialdisziplinen zuweisen, nämlich der Rhetorik, der Poetik und der Topik, und andererseits dadurch, dass daneben sich seit Platon und Aristoteles eine andere Untersuchungsrichtung behauptet, die, in der Hauptsache geistphilosophischen Intentionen folgend, das Metaphernproblem ebensowohl mit der Ideenfrage wie mit der nach Dynamis und Energeia, endlich auch mit den Fragen nach der Wahrheit und nach dem Sein des Negativen in Verbindung bringt. Wider den Anschein der Unbezüglichkeit dieser Thematisierungsansätze bemüht sich das Buch um den Aufweis ihrer inneren Verflochtenheit, die die Möglichkeit eines kontinuierlichen Übergangs vom einen zum anderen gewährleistet.



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