: Unternehmerische Ausweichhandlungen im internationalen Gewinnsteuerrecht und nationale Nach-Regulierungsprozesse

Unternehmerische Ausweichhandlungen im internationalen Gewinnsteuerrecht und nationale Nach-Regulierungsprozesse

Schriftenreihe innovative betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis, Band 103

Hamburg 1999, 213 Seiten
ISBN 978-3-86064-766-0 (Print)

Betriebswirtschaftslehre, evolutorischer Prozess, Gesellschafter-Fremdfinanzierung, Gewinnsteuerrecht, Hinzurechnungsbesteuerung, ökonomische Analyse, Regulierungsprozess, Steuerausweichhandlung, Wegzugbesteuerung

Zum Inhalt

Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung des Verhältnisses von steuerlicher Regulierung und unternehmerischer Ausweichhandlung im internationalen Zusammenhang. Insbesondere wird die Frage geprüft, ob das negative Werturteil über steuerausweichende Steuerpflichtige aufrecht erhalten werden kann oder ob nicht die ökonomische Analyse eine andere Wertung nahe legt. Statt lediglich einzelne Regulierungen als Teilausschnitte zu betrachten, werden daher nationale steuerliche Regulierungen, welche die konkreten Auslöser von Ausweichhandlungen darstellen, sowohl als Teil der internationalen Steuerrechtsordnung zu einem gegebenen Zeitpunkt als auch eingebettet in einen eigenständigen zeitlichen Entwicklungsprozess gedeutet.

Die Analyse soll Hinweise darauf geben, ob nationale Alleingänge mit dem Ziel, den Steueroasen das Wasser abzugraben, nicht den Wassermangel in der eigenen Steuerwüste erhöhen können und ob es nicht alternative Möglichkeiten gibt, die eigene Wüste durch Bewässerung wieder attraktiv zu machen. In modelltheoretischer Formulierung lautet die Frage also: Führen die nationalen Bemühungen, internationale Steuerausweichhandlungen zu reduzieren, zu einer Verstärkung nationaler Steuerverböserungen oder zu deren Verringerung und in einem darüber hinausgehenden Schritt zu weiteren Steuerausweichhandlungen der Steuerpflichtigen?

Im Vordergrund der Untersuchung steht die Leitidee, dass sowohl Besteuerung als auch Ausweichhandlungen in einen evolutorischen Prozess von staatlichen Maßnahmen und privaten Reaktionen auf diese eingebunden sind. Das bedeutet, Regulierung wie Ausweichhandlung sind zugleich Auslöser und Folge früherer bzw. künftiger Ausweichhandlungen respektive früherer bzw. künftiger Regulierung.

Der Schwerpunkt der Analyse liegt dabei abweichend von eher statisch orientierten Steuerbelastungsrechnungen auf der Darstellung eines Steuerausweich- und Regulierungsprozesses. Betont werden Hintergründe und Wirkungsmechanismen einzelner Regulierungsschritte, deren Einbettung in die beabsichtigte Zielsetzung der Staaten sowie die möglichen und tatsächlichen Auswirkungen auf die Steuerpflichtigen. Eine solche Darstellung vermag komplexere Regelungszusammenhänge in ihren Auswirkungen auf die Steuerpflichtigen zu erfassen, als sie eine mustervergleichende, aber zwangsläufig auch hoch abstrahierende Betrachtung zu analysieren in der Lage wäre.



Informationen über das Veröffentlichen wissenschaftlicher Arbeiten.

nach oben