: Internationale Verteilungswirkungen des Klimaschutzes

Internationale Verteilungswirkungen des Klimaschutzes

Eine Simulation der Verteilungswirkungen möglicher Klimaschutz-Abkommen und deren mögliche Auswirkungen auf das Ergebnis der Klimaverhandlungen

Studienreihe Volkswirtschaften der Welt, Band 9

Hamburg 1997, 270 Seiten
ISBN 978-3-86064-658-8 (Print)

Rezension

Seit 1995 steht fest, daß der Mensch mit der Kohle-, Erdöl- und Erdgasverbrennung und der Vernichtung der Wälder das Klima ändert. Trotz dieser Erkenntnis stagnieren die Klima-Verhandlungen. Der Grund liegt in den unterschiedlichen Energie- und Emissionsstrukturen der Länder, die bei jedem Klimaschutz-Abkommen gravierende Verteilungswirkungen hervorrufen. Aufbauend auf einem umfangreichen Datensatz über Kohlendioxyd-Emissionen, Energie- und Handelsstrukturen für 34 Länder, simuliert Holger Schmidt, Mitglied der Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die Verteilungswirkungen für denkbare Verhandlungskonstellationen und ermittelt die Gewinner und Verlierer. Die Ergebnisse münden in einem Klimaprofil für jedes betrachtete Land, aus dem sich Rückschlüsse über das Verhalten der Staaten bei den Klimaverhandlungen ziehen lassen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. November 1997

Emission, Energie, internationale Verteilungswirkung, Klimapolitik, Klimaveränderung, Kohlendioxid, Spieltheorie, Umweltökonomie, Volkswirtschaftslehre

Zum Inhalt

Spätestens seit 1995 ist wissenschaftlich erwiesen, dass der Mensch das Klima verändert. Vorwiegend sind die CO2-Emissionen aus der Kohle-, Erdöl- und Erdgasverbrennung und die Vernichtung der Wälder dafür verantwortlich. Doch trotz positiver Absichtserklärungen, die Klimaänderung zu begrenzen, stagnieren die internationalen Klimaverhandlungen. Der Grund dafür liegt in den höchst unterschiedlichen Energie- und Emissionsstrukturen der beteiligten Länder. Aus diesem Grund belastet ein Klimaschutz-Abkommen, das den CO2-Ausstoß senkt, die Länder unterschiedlich stark. Jedes Land, das sich als Verlierer fühlt, wird seinen nationalen Interessen folgend das entsprechende Klimaschutz-Abkommen verhindern. Zum Beispiel benachteiligen die häufig diskutierten proportionalen Reduktionsverpflichtungen - 20% Reduktion der CO2-Emissionen gegenüber einem Basisjahr für jedes Land - die Länder, die bereits in der Vergangenheit Klimaschutz betrieben haben.

Ähnliche Verteilungswirkungen lassen sich auch für die anderen Instrumente zum Schutz des Klimas wie die CO2-Steuer, handelbare Emissionsrechte oder Joint Implementation ermitteln. Die Analyse dieser internationalen Verteilungswirkungen steht im Zentrum dieser Publikation. Nach einem kurzen naturwissenschaftlichen Abriss wird zunächst der neueste Stand der theoretischen Diskussion über die Kosten und Nutzen des Klimaschutzes reflektiert. Neue Erkenntnisse des Intergovernmental Panel on Climate Change fließen in dieses Kapitel ein. Die empirische Basis bietet ein umfangreicher Datensatz über CO2-Emissionen, Energie- und Handelsstrukturen für 34 Länder.

Basierend auf diesem Datensatz werden die Verteilungswirkungen für alle denkbaren Verhandlungskonstellationen simuliert. Diese Konstellationen unterscheiden sich nach den einbezogenen Treibhausgasquellen und -senken, nach der Länderbeteiligung und nach der Wahl der eingesetzten Instrumente. Für jedes mögliche Verhandlungsergebnis werden anschließend die jeweiligen Gewinner und Verlierer ermittelt. Die Ergebnisse münden in einem Klimaprofil für jedes betrachtete Land, aus dem sich exakte Rückschlüsse über das Verhalten der einzelnen Staaten bei den Klimaverhandlungen ziehen lassen. Daran angelehnt werden die Bedingungen für ein Abkommen definiert, das bereits auf der 3. Vertragsstaatenkonferenz in Kyoto/Japan hohe Aussicht auf Erfolg haben könnte. Ein langfristiges Modell, das die höchst unterschiedlichen Interessen der Industrie- und Entwicklungsländer berücksichtigt, bildet den Abschluss.



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