: Betriebswirtschaftliche Lagerstrategien für Sortenerzeugnisse der Stahlindustrie auf der Basis eines Simultanmodells

Betriebswirtschaftliche Lagerstrategien für Sortenerzeugnisse der Stahlindustrie auf der Basis eines Simultanmodells

Schriftenreihe innovative betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis, Band 61

Hamburg 1997, 304 Seiten
ISBN 978-3-86064-619-9

Betriebswirtschaftslehre, Blocklagerung, kundengruppenorientierte, Lagerhaltung, lieferwochengruppenorientierte, Logistik, Simulation, Strategie, Versand

Zum Inhalt

Einer wirtschaftlichen Lagerhaltung von industriellen Erzeugnissen wird von den Unternehmen eine hohe Bedeutung beigemessen. In der vorliegenden Arbeit wird das Lager für Fertigerzeugnisse eines Grobblechwalzwerkes untersucht. In diesem Lager werden die Grobbleche auf dem Hallenboden nach dem Prinzip der Blocklagerung übereinander gestapelt, so dass der Zugriff auf ein Produkt in einem Lagerfeld das Umlagern aller darüber liegenden Bleche erfordert. Die derzeitigen Strategien der Ein- und Auslagerungen verursachen bei der vorhandenen Anzahl an Lagerfeldern vielfältige Umlagerungen von Erzeugnissen innerhalb des Lagers. Dies führt zu hohen Kosten sowie zu einem geringen Servicegrad der Versandtätigkeiten.

Die Untersuchung dieser komplexen Problematik erfolgt mit Hilfe einer rechnergestützten Simulation. Zur möglichst wirklichkeitsgetreuen Nachbildung des realen Lagersystems wird ein Simulationsmodell erstellt, mit dem verschiedene Lagereingangsstrukturen, alternative Lagerhaltungs- und Versandstrategien sowie Variationen der Lagerkapazität simuliert werden. Die Bewertung der Ergebnisse der Simulationsläufe erfolgt durch betriebswirtschaftliche Beurteilungskriterien, die in Kosten, Produktivitäts-, Wirtschaftlichkeits- und Qualitätskennzahlen unterteilt werden können. Das Ziel der Untersuchung ist die Ermittlung einer Lagerhaltungs- und Versandstrategie bei einer spezifischen Lagerkapazität, die neben der Aufrechterhaltung eines ausreichenden Servicegrades einerseits dem Kriterium „geringe multiple Anpassung der Lagerfelder“ und andererseits dem Kriterium „geringe Anzahl an Umlagerungen“ entspricht. Somit können die sich aus den Betriebs- und Bereitschaftskosten ergebenen Versandkosten in dem Lager reduziert werden.

Die durchgeführten Simulationen haben gezeigt, dass die kundengruppenorientierte Strategie im Vergleich mit der lieferwochengruppenorientierten Strategie zu den besseren Ergebnissen führt. Durch eine Variation der z.Z. vorhandenen Personalausstattung kann trotz einer Erhöhung der Anzahl der Umlagerungen eine Reduzierung der Betriebskosten und eine gleichzeitige Erhöhung des Servicegrades erreicht werden. Da diese Strategie bei bestimmten Lagereingangsstrukturen nicht funktional ist, erfordert sie eine situationsspezifische Anpassung des Personals in den einzelnen Schichten.



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