: Früherkennung von Kreditbetrug mit Hilfe bankmäßiger Kreditwürdigkeitsprüfungen

Früherkennung von Kreditbetrug mit Hilfe bankmäßiger Kreditwürdigkeitsprüfungen

Schriftenreihe innovative betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis, Band 54

Hamburg 1996, 272 Seiten
ISBN 978-3-86064-391-4 (Print)

Betriebswirtschaftslehre, Bilanzanalyse, finanzwirtschaftliche Bilanzen, Fremdfinanzierung, Kreditbetrug, Kreditwürdigkeit, Kreditwürdigkeitsprüfung, Nutzwertkalkulation, Zeitreihenanalyse

Zum Inhalt

Mit einem Schaden von jeweils über 2 Mrd. DM übertrafen die Fälle des Immobilienunternehmers Dr. J. Schneider und des Sportbodenherstellers Balsam AG alle zuvor bekannt gewordenen Folgewirkungen von Kreditbetrug. Sie machen auf eindringliche Weise deutlich, dass die kreditprüfenden Banken den Kreditbetrug entweder nicht erkannt oder das Ausmaß der Fälschungen unterschätzt haben. Damit wird der Diskussion über die Verfahren der Kreditwürdigkeitsprüfung neue Aktualität verliehen.

Entscheidend - und darum auch Gegenstand dieser Arbeit - ist also die Frage, wie Kreditinstitute Kreditbetrug möglichst frühzeitig erkennen können. Der Autor verfolgt mit seiner Untersuchung sowohl ein theoretisches als auch ein pragmatisches Wissenschaftsziel. Zum einen deckt er die Zusammenhänge auf, die aus betriebswirtschaftlicher Sicht im Fall von Kreditbetrug zu beobachten sind; zum anderen entwickelt er Verfahren, mit deren Hilfe Kreditbetrug vor Schadenseintritt erkannt und mit denen im Hinblick auf die Ziele einer Bank zweckmäßig gearbeitet werden kann.

Das theoretische Wissenschaftsziel der Betriebswirtschaftslehre besteht in der Bereitstellung von Informationen über die Realität einer Unternehmung. Um Kreditbetrug frühzeitig zu erkennen, sind Kenntnisse über typische Techniken des Kreditbetrugs hilfreich. Solches Wissen liegt bisher aber noch nicht vor. In dieser Untersuchung wird daher erstmalig eine empirische Untersuchung durchgeführt, um typische Techniken zu identifizieren. Da die Vorgehensweisen der Kreditbetrüger durch die Banken häufig nicht erkannt werden, erfolgt im Rahmen dieser Arbeit eine Schwachstellenanalyse der gegenwärtig in Anwendung befindlichen Prüfungsverfahren.

Das pragmatische Wissenschaftsziel der Betriebswirtschaftslehre ist es, diese Informationen für die Gestaltung der Realität nutzbar zu machen. Aus der Gegenüberstellung der Techniken des Kreditbetrugs und den Schwächen der Kreditwürdigkeitsprüfung ergibt sich die Forderung, die bisherigen Verfahren zu modifizieren bzw. neue Verfahren aufzunehmen. So werden z.B. im Fall Balsam mit Hilfe von dynamischen Finanzanalysen ungewöhnliche Entwicklungen aufgezeigt, die eine Ursachenanalyse erforderlich gemacht hätten. Wenn nun mit Hilfe des modifizierten Verfahrens Kreditbetrug frühzeitiger erkannt werden kann als bisher, stellt sich für die Bank die Bewertungsfrage, ob und inwieweit ein Kreditnehmer kreditwürdig ist. Eine Nutzwertkalkulation kann hierauf eine Antwort geben.



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