: Interne Außenfinanzierung im internationalen Konzern

Interne Außenfinanzierung im internationalen Konzern

- Steuerwirkungsanalyse für alternative Finanzierungsstrategien -

Schriften zur Konzernsteuerung, Band 2

Hamburg 1995, 304 Seiten
ISBN 978-3-86064-295-5 (Print)

AO, AStG, Besteuerung, Betriebswirtschaftslehre, DBA, internationaler mehrstufiger Konzern, interne Außenfinanzierung, Steuerplanung

Zum Inhalt

Gegenstand dieser Arbeit ist eine betriebswirtschaftliche Analyse der laufenden Ertrag- und Substanzsteuerbelastung bei der konzerninternen Außenfinanzierung im zwei- und dreistufigen internationalen Unterordnungskonzern. Anhand eines schrittweise erweiterten Modells werden ausgehend von der Indifferenzsituation des Nichtsteuerfalles die steuerlichen Aspekte bei der Eigenkapitalzuführung im Vergleich zur Fremdkapitalzuführung - unter besonderer Berücksichtigung der Refinanzierungsmöglichkeiten und der Gewinnverwendungsstrategien - einbezogen.

Bei der Internationalisierung der Geschäftsbeziehungen erweist sich das deutsche Steuerrecht in zweierlei Hinsicht als äußerst hemmend. Zum einen kann der Missbrauchstatbestand gemäß § 42 AO gegeben sein, weil der deutsche Fiskus die Gestaltung des Konzernaufbaus oder des konzerninternen Lieferungs- und Leistungsaustausches als rechtsmissbräuchlich interpretiert, d.h. im Konzernverbund bestehe lediglich das Ziel, die deutsche Besteuerung zu umgehen. Zum anderen kann die sogenannte Zugriffsbesteuerung gemäß der §§ 7 ff. AStG greifen, weil im Sinne des deutschen Gesetzgebers eine niedrigbesteuerte passive Einkunftserzielungsabsicht des Konzerns vorliegt.

Diese Lage hat sich mit dem Steueränderungsgesetz 1992 nochmals verschärft, denn die Legislative hat neben den aktiven und passiven Einkünften eine neue Form von (Zwischen-)Einkünften definiert: die sogenannten Zwischeneinkünfte mit Kapitalanlagecharakter. Die hohe deutsche Besteuerung stellt einen erheblichen Wettbewerbsnachteil für inländische Unternehmen dar. Seit der Verwirklichung des Europäischen Binnenmarktes hat sich diese Situation nochmals zugespitzt. Der international tätige Konzern muss nach Auswegen suchen, um dieser veränderten Konstellation zu begegnen.

Zu diesem Zweck wird ein Modell erstellt, mit dessen Hilfe die laufende Steuerbelastung bei der konzerninternen Außenfinanzierung quantifiziert werden kann. Das Ziel des Modells ist auf die steuergünstige Gestaltung des Konzernaufbaus und der konzerninternen Geschäftsbeziehungen im Rahmen der Finanzierung produktiv (aktiv) tätiger Unternehmen ausgerichtet.

Auffällig ist, dass im Gegensatz zum deutschen Fiskus, der eine konzerninterne Finanzierung nur in sehr engen Grenzen überhaupt steuerlich für zulässig hält, ausländische Staaten wie z. B. Belgien eine Finanzierung konzerneigener Gesellschaften steuerlich sogar für förderungswürdig halten. Die Besonderheit der steuerlichen Förderung eines belgischen Coordination Centers liegt nicht in einer Steuersatzvergünstigung, sondern in einer pauschalen Ermittlung der steuerlichen Bemessungsgrundlage, die zu einem erheblichen Steuergefälle gegenüber der deutschen Besteuerung führt.



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