: Autorität und Erziehung als Problem der neueren Philosophie seit Søren Kierkegaard

Autorität und Erziehung als Problem der neueren Philosophie seit Søren Kierkegaard

EUB. Erziehung – Unterricht – Bildung, Band 24

Hamburg 1993, 186 Seiten
ISBN 978-3-86064-138-5 (Print)

Autorität, Bildung, Erziehung, Friedrich Max Horkheimer, Lehrer, Pädagogik, Søren Kierkegaard, Theodor W. Adorno

Zum Inhalt

Für seine Ausgabe vom 14. Juni 1993 textete das Hamburger Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL schlagzeilenhaft: „Nervenkrieg im Klassenzimmer - Horror-Job Lehrer“. Der Titelartikel vermochte in gedrängter Schärfe das darzustellen, was vielfach unausgesprochen - trotz der bislang lautlosen und international anerkannten Effizienz des dreigliedrigen deutschen Schulsystems - Eltern, Pädagogen und Erziehungswissenschaftler zunehmend zu verunsichern beginnt: das kontinuierliche Ausblassen, der Schwund der Autorität hinsichtlich der pädagogisch zu verantwortenden Persönlichkeitsbildung.

Bislang behalf man sich nahezu hilflos mit gigantischen Stoffaufschüttungen im Unterricht, die zunächst zumindest mehr als partiell vonnöten schienen. Doch heute fordern immer mehr Kinder und Jugendliche den verantwortungsinitiierenden Dialog mit ihren Erziehern ein. Erstaunlicherweise begegnen sich nunmehr in der Postmoderne Philosophie und Pädagogik: In der erkenntnistheoretischen Diskussion der Philosophie zeichnet sich zunehmend ab, dass die wuchtigen Denksysteme von Kant, Schelling und Hegel ihre Adressaten fast erdrückten; in der Erziehung sind es abstrakte, mathematische oder grammatische „Systeme“ und Denkmuster, die den erzieherischen Dialog a priori wesentlich beeinträchtigen.

Nun bietet in der Tat die Existentialphilosophie Kierkegaardscher Provenienz das, was einerseits die philosophischen Denker derzeit ebenso dringlich wie die durch die jüngsten Entwicklungen sensibilisierten Pädagogen andererseits einfordern: den „erzählenden Dialog“ als seinsnotwendige Konstante im Problemfeld des zwischenmenschlichen Miteinanders, das das wechselseitige Verstehenmüssen nach dem Motto der französischen Moralisten diktiert:

Tout comprendre c‘est tout pardonner.

Denn pädagogische Arbeit ohne Reflexion gleitet in blinden Aktionismus ab.



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