: Nachkriegsordnung oder Chaos?

Nachkriegsordnung oder Chaos?

Sozioökonomische und soziokulturelle Entwicklungstrends in Nah- und Mittelost

POLITICA – Schriftenreihe zur politischen Wissenschaft, Band 5

Hamburg 1993, 250 Seiten
ISBN 978-3-86064-080-7 (Print)

Ägypten, Arabische Golfmonarchien, Arabischer Fundamentalismus, Arndt Hopfmann, Erdölwirtschaft, Golfkrieg, Irak, Iran, Iran-Irak-Krieg, Israel, Nachkriegsordnung, Nahost, Nahostkonflikt, Palästina, Politikwissenschaft, Türkei

Zum Inhalt

Auch zwei Jahre nach der erzwungenen Zustimmung Saddam Husseins zu den Waffenstillstandsbedingungen der Alliierten schweigen die Waffen am Golf nicht, hat das unerträgliche Leid der Bevölkerung kein Ende gefunden. Die Ergebnisse des 2. Golfkrieges sind ernüchternd und deprimierend zugleich. Nicht einer der existierenden Konflikte wurde gelöst, demgegenüber haben sich bestehende Konfliktsituationen zugespitzt. Autoritär-diktatorische Regimes bestehen fort. Ethnisch-nationale Konflikte eskalieren. Eliten mit regionalem Führungsanspruch versuchen die Gunst der Stunde zu nutzen und treiben die Militarisierung von Staat und Gesellschaft voran. Nicht zuletzt bleibt auch die den Nahostkonflikt bestimmende zentrale Konfliktformation zwischen Israel und den Palästinensern ungelöst - während die Verhandlungen auf der Stelle treten, sterben täglich unschuldige Menschen auf beiden Seiten durch sinnlose Gewalt. In der sich zuspitzenden sozialen und politischen Krise gewinnen schließlich fundamentalistische Strömungen nachhaltig an Einfluss, während bei bestimmten Bevölkerungskreisen die Bereitschaft wächst, in die Wohlstandsregionen jenseits des Mittelmeeres auszuwandern.

Dieses Buch versucht zwei Jahre nach dem formellen Ende des Golfkrieges eine Bestandsaufnahme. Ausgehend von einer Einordnung des Nahen und Mittleren Ostens in weltwirtschaftliche Entwicklungsdimensionen wird ein weiter Kreis regionaler Fragen und Probleme sachkundig dargestellt und kritisch gewertet. Ob die Positionen der Türkei und Irans als potentielle Hegemonialmächte in der Region erörtert werden, ob sozioökonomische Entwicklungstrends in den Golfmonarchien zur Debatte stehen, ob die Perspektiven in den israelisch-arabischen Verhandlungen zur Erörterung gelangen, ob Ursachen und ökonomische Grundlagen des arabischen Fundamentalismus den Gegenstand der Untersuchung bilden oder ob die Analyse der Situation der Frau in der ägyptischen Gesellschaft gewidmet ist - immer geht es den Autorinnen und Autoren darum, sozioökonomische und soziokulturelle Trends in der Region nachzuzeichnen und den Blick für mögliche perspektivische Entwicklungen am Ende der großen Nachkriegseuphorie zu weiten.



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