: Von Menschen und Dingen

Von Menschen und Dingen

Entwicklung theoretischer Konzeptionen der Person-Umwelt-Relation anhand von Einzelfallstudien in Büroarbeitsräumen

Studienreihe psychologische Forschungsergebnisse, Band 4

Hamburg 1992, 550 Seiten
ISBN 978-3-86064-035-7

Ambiente, Arbeitsplatz, Arbeitsräume, Büro, Dinge, Einzelfallstudien, Interaktionismus, Menschen, Person-Umwelt-Relation, Psychologie

Zum Inhalt

Wir haben unterschiedlichste Beziehungen zu den Dingen und Räumen, von die uns umgeben: Es gibt Erinnerungstücke, an denen wir „hängen“, Räume, in denen wir uns besonders heimisch fühlen, viele Objekte, die uns gleichgültig sind - und andere, die uns stören.
"Von Menschen und Dingen“ interessiert sich vor allem für die Beziehungen zu den Dingen und Räumen am Arbeitsplatz, speziell im Büro. Anfangs standen die „Bedeutungen der Dinge und Räume“ und die „Beziehungen“ zu ihnen (Beheimatung, Selbst-Objektivierung) im Zentrum der Fragestellung: Könnte unser Erleben dieser Arbeitsplatz-Dinge und Räume auch Ausdruck und Mittel der Darstellung und Gestaltung
unseres Selbst, unserer Beziehung zu diesem Ort, dem Arbeitsplatz, der Arbeit und den Dingen allgemein sein? Diese Frage scheint sich zu bestätigen angesichts der umfangreichen Aussagen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die in diesem Buch vorgestellt werden. Individuell und facettenreich entfalten sich in den Einzelfallstudien Erleben und Handeln von Menschen, die in Büros und mit Büro-Utensilien arbeiten. Keineswegs bleiben die Beziehungen zum Ambiente oberflächlich, gleichgültig oder allgemein. Gleichzeitig sind sie von vielfältigen gesellschaftlich-kulturellen Einflüssen geprägt.
Die Einzelfallstudien inspirierten die Autorin zur Entwicklung eines neuen Modells der Beziehung vom Mensch und Umwelt. Dieses theoretische Modell entfaltet auf verschiedenen sozialen und psychologischen Ebenen die Widersprüchlichkeit dieser Beziehung zwischen Menschen und Umwelt: Behandelt werden u.a. Fragen der Fremdbestimmtheit vs. Autonomie, Dinge als Sozialisationsagenten vs. als Produkte der Menschen, mögliche Ursache-Wirkung-Konzeptionen, die Leiblichkeit menschlicher Existenz, die menschliche Reflexivität und der Einfluss individualistischer Ideologie auf die Ding-Bezüge. In diesem Zusammenhang entwickelt die Autorin einen differenzierten Transaktionsbegriff und stellt eine logisch-theoretische Grundlegung ihres Modells - und dessen methodologische Implikationen - zur Debatte. Das Modell bezieht sich auf verschiedenste theoretische Grundlagen: kritisch-theoretische und systemtheoretische Begriffe werden mit Grundannahmen des Symbolischen Interaktionismus, kognitiv-psychologischen Erkenntnissen und einer dreiwertigen Logik verknüpft.
Das Buch stellt das theoretische Modell, die empirischen Methoden und die Einzelfallstudien inklusive der Interview-Transkripte vor. Insgesamt handelt es sich weniger um die Darstellung einer psychologischen Untersuchung nach gewohntem Muster. Vielmehr protokolliert das Buch die Denk-Bewegung der Autorin und ihre Ansätze zur fruchtbaren Verknüpfung sozialwissenschaftlicher und psychologischer Konzepte - mit dem Ziel, das Erleben und Handeln der Menschen in ihrer dinglichen (und sozialen) Umwelt aufzuklären und verstehen zu lernen.



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