: Sozialversicherungskapital und das Sparen der privaten Haushalte in der Bundesrepublik Deutschland von 1961 bis 1988

Sozialversicherungskapital und das Sparen der privaten Haushalte in der Bundesrepublik Deutschland von 1961 bis 1988

Schriftenreihe volkswirtschaftliche Forschungsergebnisse, Band 16

Hamburg 1992, 110 Seiten
ISBN 978-3-86064-023-4 (Print)

Alterssicherung, Invaliditätssicherung, Knappschaftsversicherung, Rentenreform, Rentenversicherung, Sozialgesetzgebung, Umlageverfahren, Volkswirtschaftslehre, Zeitreihenanalyse

Zum Inhalt

Die deutsche gesetzliche Rentenversicherung geht auf die Bismarcksche Sozialgesetzgebung mit der Kaiserlichen Botschaft vom Jahr 1881 zurück. Sie besteht vor allem aus den drei Bereichen: Rentenversicherung der Arbeiter, Rentenversicherung der Angestellten und Knappschafts–versicherung. Die im Jahr 1889 geschaffene Invaliditäts– und Alters–sicherung umfasste eine Versicherungspflicht aller Arbeiter ab dem 16. Lebensjahr und bestimmter Angestellter. Die Gewährung der Rentenleistung war dahingehend beschränkt, daß sie nur der Linderung wirtschaftlicher Not bei Auftreten der Erwerbslosigkeit und bei Erreichen des Rentenalters diente.

Durch die große Rentenreform im Jahr 1957 wurde eine Dynamisierung der Rente als Lohnersatzfunktion eingeführt, wobei eine Vollversorgung der Rentner angestrebt wurde. Durch den Ausbau des staatlichen Alterssicherungssystems nach dem Zweiten Weltkrieg stiegen die Rentenausgaben zwischen 1960 und 1989 von 16,6 auf 182 Mrd. DM. Diese Beträge entsprechen 6,9% bzw. 10,4% des jeweiligen Volkseinkommens.

Trotz des hohen Anteils der gesetzlichen Rentenversicherung am Volkseinkommen besteht ein Forschungsdefizit auf diesem Gebiet. Die meisten Untersuchungen befassen sich entweder rein theoretisch mit der Überlegung, welche Probleme bei einem Wechsel des Finanzierungssystems auftreten würden, oder mit der Prognose, wie sich der Beitragssatz bei einer Beibehaltung der gegenwärtigen Praxis infolge der demographischen Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten ändern müsste. Dagegen existieren wenige empirische Studien, die den Zusammenhang zwischen dem Umlageverfahren und der Ersparnisbildung der privaten Haushalte nachgehen. Vor diesem Hintergrund ist es das Hauptziel dieses Buches, empirisch mittels einer Zeitreihenanalyse zu testen, in welchem Umfang von der gesetzlichen Rentenversicherung in der Bundesrepublik Deutschland Auswirkungen auf den Konsum der privaten Haushalte ausgehen.



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