Dissertation: Das Adhäsionsverfahren im Rechtsvergleich

Das Adhäsionsverfahren im Rechtsvergleich

Studien zur Rechtswissenschaft, Band 399

Hamburg 2018, 166 Seiten
ISBN 978-3-8300-9862-1 (Print)

Adhäsionsverfahren, Opferrechte, Opferschutz, Rechtsvergleich, Rechtswissenschaft, Strafprozess, Strafrecht, Zivilrecht

Zum Inhalt

Aus einer strafbaren Handlung entstehen zwei verschiedene Ansprüche: Ein dem Staat zustehender Strafanspruch und ein dem Verletzten zustehender Zivilanspruch. Beide Ansprüche zielen darauf, die durch die Straftat verursachten Folgen auszugleichen. Somit liegt es nahe, die Strafbarkeit und den Zivilanspruch in einem Verfahren zu beurteilen. Die Verbindung zwischen dem Strafverfahren und der Entscheidung über zivilrechtliche Ansprüche wird Adhäsionsverfahren genannt.

Das Adhäsionsverfahren ist ein strafprozessliches Instrument, das die Rechte des Opfers gegenüber dem Täter stärkt. Das Adhäsionsverfahren soll dem Verletzten einer Straftat die Möglichkeit eröffnen, bereits im Strafverfahren einen aus der Straftat erwachsenden vermögensrechtlichen Anspruch gegen den Beschuldigten geltend zu machen.

Dem Verletzten wird damit eine weitere Klage vor dem Zivilgericht erspart, wodurch auch eine Doppelarbeit der Gerichte vermieden wird. Die Anwendung des Adhäsionsverfahrens bedeutet nicht nur eine Stärkung der Rechte der Opfer und ihrer Angehörigen, sondern ist auch ein sehr ökonomisches Rechtsinstitut.

Das Werk prüft zunächst, inwieweit eine Notwendigkeit für die Durchführung des Adhäsionsverfahrens besteht. Des Weiteren wird geklärt, inwieweit die Bemühungen zur Modifikation des Adhäsionsverfahrens zum Zweck seiner häufigeren Anwendung sinnvoll sind. Es werden Wege der Aktivierung dieses nützlichen Verfahrens aufgezeigt. Dabei werden sowohl die Interessen von Täter und Opfer als auch die des Staates gegeneinander abgewogen. Mithilfe des Rechtsvergleichs werden Überlegungen angestellt, wie die Anwendung des Adhäsionsverfahrens verstärkt werden kann. Ferner wird vertieft darauf eingegangen, ob eine Ausweitung des Adhäsionsverfahrens auf jugendliche und heranwachsende Täter in Deutschland als begrüßenswert anzusehen ist oder ob das Adhäsionsverfahren den Grundsätzen des Jugendstrafrechts zuwiderläuft.



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