Dissertation: Eine ökonomische und wettbewerbsrechtliche Beurteilung von Wertschöpfungsnetzwerken

Eine ökonomische und wettbewerbsrechtliche Beurteilung von Wertschöpfungsnetzwerken

EURO-Wirtschaft – Studien zur ökonomischen Entwicklung Europas, Band 44

Hamburg 2018, 262 Seiten
ISBN 978-3-8300-9832-4

Art. 101 AEUF, Coopetition, Franchising, Gunther Teubner, Just-in-time, Kartellverbot, Law and Economics, Netzwerk, Ökonomie, Oliver Williamsen, Ordnungspflicht, Rule of Law, Vertikale Vereinbarungen, Wertschöpfungsnetzwerk, Wettbewerbsökonomie, Wettbewerbsrecht, Wettbewerbwsrecht

Zum Inhalt

Unternehmen sehen sich aufgrund von Effizienzgesichtspunkten im Rahmen der sogenannten Make-or-Buy-Entscheidung zunehmend dazu gezwungen, sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren und periphere Aufgabenbereiche auszulagern. Zugleich besteht der Bedarf, die Kontrolle auf ausgelagerte Prozesse nicht vollständig zu verlieren, weshalb auf Koordinationsinstrumente, zumeist in Form von vertraglichen Vereinbarungen, zurückgegriffen wird. Häufig entsteht hierdurch eine Vielzahl von Geschäftsbeziehungen, die in ein netzwerkartiges Geflecht von Verträgen mündet. Eine besondere Relevanz haben diese vertraglichen Netze entlang der Wertschöpfungskette, da Unternehmen versuchen, den Einfluss auf ihre Zuliefer- und Vertriebsprozesse zu wahren. Regelmäßig finden hierzu sogenannte vertikale Vereinbarungen Verwendung, wie beispielsweise Preisvorgaben sowie Ausschließlichkeits- und Selektivvereinbarungen.

Die grundlegenden Eigenschaften von Wertschöpfungsnetzwerken werden anhand eines interdisziplinären Ansatzes dargestellt. Ein Fokus liegt dabei auf der Zusammenführung der netzwerktheoretischen Erkenntnisse aus den Forschungssträngen der Institutionenökonomik und der rechtswissenschaftlichen Literatur. Mithilfe einer (wettbewerbs)ökonomischen Analyse werden die potenziellen Vor- und Nachteile von vertikalen Vereinbarungen und der Kooperationsform - Netzwerk - herausgearbeitet.

Die Beurteilung von Wertschöpfungsnetzwerken im Rahmen des Kartellverbotstatbestands gemäß Art. 101 AEUV wird eingehend thematisiert. Insgesamt widmet sich diese Studie der Frage, ob die Ausgestaltung des Kartellverbotstatbestands im Europäischen Wettbewerbsrecht den Besonderheiten von Wertschöpfungsnetzwerken in hinreichendem Maß gerecht wird. Dazu erfolgt ein Rückgriff auf einen Forschungszweig der Law and Economics - der ökonomischen Analyse des Wettbewerbsrechts. Aus den gewonnenen Erkenntnissen aufbauend werden Vorschläge für eine wettbewerbsrechtliche Erfassung von Wertschöpfungsnetzwerken ausgearbeitet.



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