Dissertation: Die sonderpädagogische Begutachtung im Schuljahr 2008/09 in Mecklenburg-Vorpommern

Die sonderpädagogische Begutachtung im Schuljahr 2008/09 in Mecklenburg-Vorpommern

Sonderpädagogik in Forschung und Praxis, Band 44

Hamburg 2018, 448 Seiten
ISBN 978-3-8300-9798-3 (Print/eBook)

Diagnostik, Diagnostische Kompetenz, Diagnostische Methoden, Diagnostischer Prozess, Förderrelevanz, Mecklenburg-Vorpommern, Nachvollziehbarkeit, Sonderpädagogik, Sonderpädagogische Begutachtung

Zum Inhalt

Im Zentrum der Studie steht die Prüfung der Qualität der sonderpädagogischen Gutachten des Schuljahres 2008/09 auf der Grundlage fachlicher Standards. Dazu wurde ein Analyseraster erarbeitet, mit dessen Hilfe, operational bestimmt durch einen Auswertungsleitfaden, sonderpädagogische Gutachten analysiert und Qualitätsmerkmale der Gutachten erfasst wurden. Eine Teilstudie beschreibt regionale Struktur- und Qualitätsmerkmale der Feststellung von sonderpädagogischem Förderbedarf in M-V. Zudem wurde ein Lehrerfragebogen zur Beschreibung der Rahmenbedingungen von sonderpädagogischer Diagnostik eingesetzt.

Die hier dargestellten Forschungsergebnisse bereichern die Diskussionen um die vergleichsweise hohe Förderbedarfsquote in M-V um Fakten aus der Praxis. Die Güte der sonderpädagogischen Diagnostik ist neben der Legitimation von sonderpädagogischem Förderbedarf als Grundlage für Förder- bzw. Schullaufbahnentscheidungen von besonderer Bedeutung für einzelne Schüler aber auch für die Ressourcenzuweisung und hat damit Einfluss auf das gesamte Schulsystem in M-V.

Die hohe Antragsquote vor der Einschulung im Förderschwerpunkt Sprache bzw. zu Beginn der Grundschulzeit in den Förderschwerpunkten Lernen bzw. emotionale und soziale Entwicklung weist auf ein sehr frühes Beachten von Auffälligkeiten hin, die meist und besonders im Förderschwerpunkt Lernen durch ein Gutachten zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs zum Besuch einer Förderschule oder im Förderschwerpunkt Sprache zum Besuch einer Klasse mit besonderem Förderschwerpunkt führen oder schul- bzw. unterrichtsintegrierte Hilfen zum gemeinsamen Unterricht initiieren. Ein wenig hypothesengeleitetes Vorgehen, unzureichende Fördervorschläge und nicht in jedem Fall nachvollziehbare und transparente Entscheidungen bzw. Entscheidungsfindungsprozesse kennzeichnen die Mehrzahl der analysierten sonderpädagogischen Gutachten.



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