Doktorarbeit: Risiken durch medizinische Freeware

Risiken durch medizinische Freeware

Auswirkungen von IT-Entwicklungen auf Compliance-Mechanismen und die Risikosituation in Krankenhäusern

Gesundheitsmanagement und Medizinökonomie, Band 48

Hamburg 2017, 280 Seiten
ISBN 978-3-8300-9651-1

Compliance, Freeware, Gesundheitsökonomie, Gesundheitswesen, Klinik, Krankenhaus, Management, Medizinprodukte, Qualitätsmanagement, Risiken, Risikomanagement, Software

Zum Inhalt

Die IT entwickelt sich rasant. Neue Trends fordern alle Branchen kontinuierlich heraus. Sie bieten Chancen, bringen aber auch Risiken mit sich. Wie gehen Krankenhäuser damit um – zum Beispiel mit der Verfügbarkeit kostenloser (medizinischer) Software?

Krankenhäuser agieren in einem regulierten Umfeld. Die europäische Medizinprodukteregulierung legt fest, dass Produkte, die in Diagnose und/oder Therapie eingesetzt werden, als Medizinprodukte gelten und damit bestimmten Anforderungen unterliegen. Die deutsche Gesetzgebung bestimmt, dass von Krankenhäusern und Anwendern nur solche konformen Produkte für die Diagnose/Therapie betrieben bzw. angewendet werden dürfen. Dies umfasst auch medizinischen Software.

Aus verschiedenen Äußerungen lässt sich aber die Vermutung ableiten, dass dem gegenläufig auch nicht-konforme Software – insbesondere Freeware – eingesetzt wird. Im vorliegenden Buch wird diese Vermutung analysiert und letztlich bestätigt. Aus der Situation ergeben sich folgende Fragen, die im Weiteren behandelt werden: Welche Mechanismen sollen den nicht-gesetzeskonformen Einsatz von Medizinprodukten verhindern und warum sind diese bezogen auf medizinische Freeware nicht effektiv? Welche Risiken ergeben sich für die Beteiligten und welche Handlungsoptionen haben sie? Wie kann schließlich ein Gesamtkonzept aussehen, das auch zukünftige IT-Trends adressieren kann?

Im Rahmen der dazu durchgeführten Internet-Befragung wird offensichtlich, dass in den meisten Krankenhäusern der Beschaffungsprozess das maßgebliche Compliance-Instrument ist, um ausschließlich konforme Produkte einzusetzen. Sämtliche innerhalb des Beschaffungsprozesses vorhandenen Einzelmechanismen sind aber hinsichtlich kostenloser Software, die im Internet per Download verfügbar ist, nicht wirksam. Auch Maßnahmen, mit denen zumindest im Schadensfall der Einsatz nicht-konformer Software als Ursache identifiziert und abgestellt werden könnte, erweisen sich als nicht effektiv.

Aus der Tatsache, dass nicht-konforme Software für Diagnose und/oder Therapie – in den meisten Fällen ohne das Wissen von Führungskräften und Management – eingesetzt wird, ergeben sich umfassende Risiken für die Beteiligten.

Abschließend beschreibt das Buch ein Konzept, mit dem Krankenhäuser einerseits den Umgang mit kostenloser medizinischer Software, aber andererseits auch kommende IT-Trends beherrschen können.



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