Doktorarbeit: Die Finanzialisierung von Rohstoffmärkten

Die Finanzialisierung von Rohstoffmärkten

Finanzmanagement, Band 126

Hamburg 2017, 188 Seiten
ISBN 978-3-8300-9649-8 (Print/eBook)

Co-Movement, Derivate, Empirie, Finanzialisierung, Finanzmärkte, Finanzwirtschaft, Futurehandel, Markteffizienz, Rohstoffmärkte, Spekulation, Spekulationseinfluss

Zum Inhalt

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts ist ein bedeutender Wandel des Marktumfelds von Rohstoffmärkten zu beobachten. Finanzanlagen in Rohstoffe erfahren seither ein kontinuierlich steigendes Interesse. Es wurden zahlreiche Investitionsvehikel geschaffen, um privaten und institutionellen Anlegern die Partizipation an der Preisentwicklung von Rohstoffen zu ermöglichen. Als Folge spielen Finanzakteure eine immer bedeutendere Rolle in Rohstoffterminmärkten. Diese Phänomene und insbesondere deren Auswirkung in Form exponentiell gestiegener Finanzinvestitionen in Rohstoffe werden allgemein unter dem Schlagwort der Finanzialisierung von Rohstoffmärkten zusammengefasst. Die Implikationen dieses Prozesses hingegen werden partiell sehr hitzig und emotional von verschiedensten öffentlich, wirtschaftlich und politisch Beteiligten diskutiert, weil Rohstoffmärkte in derselben Epoche sektorenübergreifend beispiellose Preissteigerungen und -schwankungen erfahren haben. Parallel dazu haben neben der Finanzialisierung fundamentale Trends wie die steigende Nachfrage nach Rohstoffen aus Schwellenländern wie China oder Brasilien die Periode seit der Jahrtausendwende gekennzeichnet. Insofern sind die Ursachen dieser Entwicklung bei Weitem nicht wissenschaftlich geklärt. Diese Untersuchung widmet sich vor diesem kontroversen Hintergrund der zentralen Forschungsfrage, ob und wie sich die Finanzialisierung auf Rohstoffmärkte auswirkt.

Dieser Fragestellung wird systematisch in drei empirischen Teilanalysen nachgegangen. Mit der ersten Untersuchung wird der rohstoffübergreifende Gleichlauf der Preise und insbesondere die Rolle der Finanzialisierung bei dieser Entwicklung mittels eines Dynamic Conditional Correlation Framework adressiert.

In der zweiten Teilanalyse wird basierend auf dem bewährten methodischen Rahmenwerk der Granger-Kausalitätsanalyse die Handelsaktivität der Marktteilnehmer im Hinblick auf ihren Preiseinfluss auf Metalle untersucht. Abschließend widmet sich eine dritte Teiluntersuchung anhand eines einzigartigen Datensatzes über Rohstoffzertifikate der EUWAX Börse in Stuttgart der Frage, inwiefern sich die Emission strukturierter Rohstofffinanzprodukte und zugehöriger Hedgingaktivitäten der emittierenden Institutionen auf zugrundeliegende Preise auswirken.



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