Forschungsarbeit: Emil Fuchs: Die Taten der Apostel

Emil Fuchs:
Die Taten der Apostel

Eine Auslegung des Evangeliums im Kontext von Verfolgung und Widerstand (1941–43)

THEOS – Studienreihe Theologische Forschungsergebnisse, Band 133

Hamburg 2017, 254 Seiten
ISBN 978-3-8300-9545-3 (Print & eBook)

Adolf Harnack, Alfred Jeremias, Apostelgeschichte, Apostelkonzil, Bibelkunde, Emil Fuchs, Ernst von Harnack, Ethik, Evangelist Lukas, Exegese, Geschichte, Hans Heinrich Wendt, Martin Luther, Theologie, Verfolgung, Widerstand

Zum Inhalt

Diese Neuübersetzung und Interpretation der Apostelgeschichte wurde von 1941 bis 1943 mitten im Zweiten Weltkrieg verfasst und damals an etwa 300 ausgewählte Personen verschickt. Erst heute wurde es möglich, den damals im Widerstand verteilten Text zusammenhängend in einer Edition der Nachwelt vorzulegen – als ein Zeugnis gegen Krieg und Diktatur.

Emil Fuchs, der Verfasser, bezieht hier vor allem zu lebenspraktischen Fragen Stellung. Der Wert dabei liegt vor allem im Erarbeiten eigenständigen Positionen, ergänzend wurden von ihm lediglich Arbeiten der Exegeten Hans Hinrich Wendt, Alfred Jeremias und Karl Gustav Adolf Harnack herangezogen.

Das bekannte Damaskusereignis des Saulus/Paulus wird als konkretes Erlebnis des persönlichen Gerufenseins durch Gott zur Erfüllung einer gesellschaftlichen Aufgabe gesehen mit der man über sich hinauswächst. Das einzelne Schicksal verbindet sich durch den Ruf Gottes zu einer gemeinschaftlichen sinnhaften und auf ein Ziel ausgerichteten Aufgabe: das Mitwirken am Aufbau einer gerechten Gesellschaft.

Die Eigentumsfrage und damit einhergehend die Frage nach arm und reich ist im frühen Christentum am vielleicht stärksten unter allen biblischen Büchern in der Apostelgeschichte mit der Gütergemeinschaft thematisiert: „Auch nicht einer nannte etwas von dem ihm Gehörigen sein Eigentum, sondern alles war ihnen gemeinsam“ (Kapitel IV, Vers 32 in der Übersetzung von E. Fuchs). Fuchs widmet der Gütergemeinschaft ein eigenes Kapitel und verweist darauf, dass diese Frage bis heute im Christentum ungelöst blieb und dass dadurch eine Bet- und Gottesdienstgemeinschaft geblieben ist und nicht zu einer wirklichen Neuordnung der Gesellschaft aus dem Geist Christi durchgedrungen ist. Nicht viel ist dazu notwendig, nicht spektakuläres Besitzverschenken oder Selbstaufgabe, sondern allein das Bereitsein auf die Möglichkeit anderer Verhältnisse. Ohne dieses Bereitsein bleibt Christentum arm.



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