Doktorarbeit: Entwicklung und Evaluation eines Wissenstransferprozesses für Teams in komplexen technischen Systemen

Entwicklung und Evaluation eines Wissenstransferprozesses für Teams in komplexen technischen Systemen

Schriften zur Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie, Band 81

Hamburg 2017, 230 Seiten
ISBN 978-3-8300-9525-5 (Print/eBook)

Rezension

[...] Das Buch verdeutlicht, wie durch den Einsatz von Wissenstransferprozessen Wissen und Erfahrungen aufbereitet und für andere verfügbar gemacht werden können mit dem Ziel, Fehler zu vermeiden oder zu reduzieren. Dabei betrachtet die Autorin Wissensmanagement als sozialen und kulturellen Prozess, der nicht auf ein ökonomisches oder technisches Problem reduziert werden kann. [...]

qz-online.de, 16.02.2018

Erfahrungswissen, Erhebungsmethode, Hochrisikoindustrie, Komplexe technische Systeme, Psychologie, Teams, Wissenstransfer, Wissenstransferprozess

Zum Inhalt

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In technisch eng gekoppelten, risikoreichen Arbeitsumgebungen, so genannten komplexen technischen Systemen, können Fehler fatale Folgen für die Mitarbeitenden, die Organisation, die Umwelt oder durchaus auch Dritte haben. Die Anwendung von Falschem oder fehlendes Wissen, stellen dabei mögliche Faktoren dar, welche die Auftretenswahrscheinlichkeit von Fehlern erhöhen. Der Einsatz von Wissenstransferprozessen bietet einen möglichen Ansatzpunkt, um Wissen und Erfahrungen – etwa aus kritischen Situationen - aufzubereiten und für andere verfügbar zu machen und so die Wahrscheinlichkeit von Fehlern zu reduzieren. Für Teams in komplexen technischen Systemen weisen existierende Wissenstransferprozesse wie Wissenszirkel, Debriefings oder der Aufgabenbezogene Informationsaustausch bei all ihren Vorzügen allerdings nur eine eingeschränkte Übertragbarkeit für diese Zielgruppe auf. Aus diesem Grund befasst sich die Untersuchung mit der empirischen Entwicklung und Evaluation eines Wissenstransferprozesses für Teams in komplexen technischen Systemen.

Da die Weitergabe von Wissen und Erfahrung allerdings keine Selbstverständlichkeit darstellt, wurden zunächst individuelle und organisationale Rahmenbedingungen aufgezeigt, durch welche die Bereitschaft zur Weitergabe von Wissen und Erfahrung erhöht werden kann.

Die Gestaltung des entwickelten Wissenstransferprozesses erfolgte in einem nächsten Schritt auf Basis dieser systematischen Analyse und den daraus gewonnen Erkenntnissen. Der so entwickelte Wissenstransferprozess stellt einen kontinuierlichen Prozess dar, über den kritische und erfahrungsrelevante Situationen aufbereitet und weitergegeben werden können. Dabei greift der Prozess auf die Vorzüge existierender Wissenstransferprozesse (Wissenszirkel, Debriefing, Aufgabenbezogener Informationsaustausch) zurück und vereint diese mit Aspekten der erfahrungsbasierten Mustererkennung, dem Recognition Primed Decision Making. Der so entstandene Prozess wurde anschließend bei zehn Teams in einem komplexen technischen System über einen Zeitraum von etwa einem Jahr durchgeführt und evaluiert. Als Evaluationskriterium dienten die erforderlichen geteilten Wissensstrukturen der teilnehmenden Teams, die so genannte Shared Mental Models, vor und nach Einführung des Wissenstransferprozesses.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Studie sowohl für die Forschung als auch für die Praxis interessante und nutzbringende Ergebnisse generierte, indem sie zum einen, einen erweiternden Beitrag zu etablierten Theorien leisten konnte und zum anderen, einen neu entwickelten Wissenstransferprozess hervorbrachte.



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