Dissertation: Effekte von Förderprogrammen des Schriftspracherwerbs und eines vorschulischen Sprachförderprogramms auf den späteren Schriftspracherwerb bei Kindern mit Migrationshintergrund

Effekte von Förderprogrammen des Schriftspracherwerbs und eines vorschulischen Sprachförderprogramms auf den späteren Schriftspracherwerb bei Kindern mit Migrationshintergrund

Schriften zur pädagogischen Psychologie, Band 66

Hamburg 2017, 428 Seiten
ISBN 978-3-8300-9424-1

Deutsch als Zweitsprache, Förderprogramm, Kinder mit Migrationshintergrund, Migrationshintergrund, Phonologische Bewusstheit, Schriftspracherwerb, Sprachförderprogramm, Sprachförderung, Vorschulisches Training

Zum Inhalt

Schüler mit Migrationshintergrund in Deutschland schneiden in Bildungsbeteiligung und Kompetenzerwerb immer noch deutlich schlechter ab als Schüler ohne Migrationshintergrund. Mit die deutlichsten Unterschiede zeigen sich in der Lesefertigkeit, was besonders folgenschwer ist, da die Beherrschung der Schriftsprache als zentrale Fertigkeit für die gesamte schulische Entwicklung gilt. Derlei Leistungsunterschiede sind – neben anderen Variablen wie dem soziökonomischen Status – vor allem auf mangelnde sprachliche Fertigkeiten zurückzuführen, die bereits zu Beginn des Kindergartenalters deutlich ausgeprägt sind. Frühe Sprachförderung wurde deswegen bereits nach Veröffentlichung der ersten PISA-Studien als bedeutendste Aufgabe von Bildungseinrichtungen und –trägern benannt. Kaum eines der vielen in Deutschland eingesetzten vorschulischen Sprachförderprogramme wurde jedoch bisher ausreichend wissenschaftlichen Kriterien entsprechend auf seine Wirksamkeit hin evaluiert.

Die Autorin untersucht erstmals die langfristige Wirkung der Kombination eines allgemeinen vorschulischen Sprachförderprogramms mit einem vorschulischen Programm zur Förderung der phonologischen Bewusstheit bei Kindern mit und ohne Migrationshintergrund auf den späteren Schriftspracherwerb. Als Vergleichsgruppe dienen Kinder mit und ohne Migrationshintergrund, die lediglich mit einem vorschulischen Programm zur phonologischen Bewusstheit gefördert wurden. Die Studie untersucht insgesamt 485 Kinder vom vorletzten Kindergartenjahr bis ans Ende der dritten Klasse.

Die Ergebnisse zeigen eine Unterlegenheit der Gruppe mit der kombinierten Förderung in Rechtschreibung, Leseverständnis und der Lesegeschwindigkeit von der ersten bis in die dritte Klasse. Regressionsanalysen schriftsprachlicher Leistungen betonen die Rolle der Buchstabenkenntnis sowie der phonologischen Bewusstheit im engeren Sinne am Ende der Kindergartenzeit.



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