Doktorarbeit: Auf dem Weg zur europäischen Völkerverständigung – Die deutsch-französische Annäherung nach dem Zweiten Weltkrieg

Auf dem Weg zur europäischen Völkerverständigung – Die deutsch-französische Annäherung nach dem Zweiten Weltkrieg

Marcel Sturm und Robert Picard de la Vacquerie als oberste französische Militärgeistliche in Deutschland

Studien zur Zeitgeschichte, Band 101

Hamburg 2017, 294 Seiten
ISBN 978-3-8300-9385-5

Rezension

[...] hat Ulrike Schröber eine quellenfundierte Studie vorgelegt, die spezifische Aspekte einer auf dem christlichen Glauben gründenden Verständigung zwischen Deutschen und Franzosen überzeugend untersucht. Die Autorin belegt dabei die unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten der katholischen und evangelischen Würdenträger. Schließlich bringt sie den Lesern und Leserinnen die Wirkung zweier Brückenbauer näher, die sich um die deutsch-französische Annäherung in einer Zeit verdient machten, als der Verständigungswille unter Politikern sowie bei der breiten Bevölkerung noch sehr beschränkt war.

Lucie Filipová, in:
Francia-Recensio, 2018/1

1945, Christlicher Glaube, Deutsch-französische Annäherung, Deutschland, Europa, Evangelische Kirche, Frankreich, Katholische Kirche, Kirchengeschichte, Marcel Sturm, Militärgeistliche, Robert Picard de la Vacquerie, Versöhnung, Völkerverständigung, Zivilgesellschaft, Zweiter Weltkrieg

Zum Inhalt

Waren Christen besonders geeignet, sich nach dem Zweiten Weltkrieg für die europäische Völkerverständigung einzusetzen, und hatten sie etwas Spezifisches dazu beizutragen?

Die Veröffentlichung der Historikerin Ulrike Schröber wirft einen genauen Blick auf die Geschehnisse der unmittelbaren Nachkriegszeit, als sich Deutsche und Franzosen gemeinsam „auf den Weg nach Europa“ machten. In einer Zeit, als sich große Teile der beiden Bevölkerungen noch kritisch gegenüberstanden, wurden zwei Personen aus dem kirchlichen Bereich für die Verständigung ihrer Völker aktiv. Der Protestant Marcel Sturm (1905–1950) und der Katholik Robert Picard de la Vacquerie (1893–1969) waren oberste französische Militärgeistliche für die von Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg besetzten Gebiete in Deutschland und Österreich. Sie bemühten sich auf Grundlage ihres christlichen Glaubens um die Annäherung zwischen Deutschen und Franzosen. Implikationen aus dem christlichen Glauben unterschieden das Versöhnungsbemühen in ihrem Umfeld von weiteren gesellschaftlichen und politischen Initiativen.

In einem Vergleich stellt die Publikation die Rolle von zwei Akteuren aus dem Bereich der Zivilgesellschaft, genauer der Kirchen, im deutsch-französischen Annäherungsprozess nach 1945 dar und analysiert diese unter Integration von geschichtswissenschaftlichen und theologischen Fragestellungen. Damit werden die Praktiken zweier christlich geprägter Personen in der deutsch-französischen Annäherung und der europäischen Einigung sowie das Einbringen christlicher Ideale in diese Prozesse offengelegt.



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