Dissertation: Gottes Recht und Teufels Staatsauffassung

Gottes Recht und Teufels Staatsauffassung

José Victorino Lastarria (1817–1888). Eine rezeptionsgeschichtliche Studie über die Auswirkungen der deutschen Naturrechtslehre am Beispiel des Krausismo im Chile des 19. Jahrhunderts

Schriften zur Rechts- und Staatsphilosophie, Band 22

Hamburg 2017, 360 Seiten
ISBN 978-3-8300-9354-1 (Print/eBook)

19. Jahrhundert, Chile, Estado Indiano, Freimaurer, Gott, Heinrich Ahrens (1808–1874), José Victorino Lastarria, José Victorino Lastarria (1817–1888), Karl Christian Friedrich Krause (1781–1832), Krausismo, Lateinamerika, Liberalismus, Nation Building, Naturrecht, Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie, Souveränität, Teufel

Zum Inhalt

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Krausismo scheint in den deutschen philosophischen Kreisen des 20. Jhs. ein Fremdwort zu sein. Dennoch treffen wir in den spanischsprachigen liberalen Freimaurerkeisen der zweiten Hälfte des 19. Jh. eine Bewegung, die sich der Restauration entgegenstellte und dabei ihre wichtigsten Prinzipien aus dem System des deutschen Privatdozenten Karl Christian Friedrich Krause (1781-1832) bezog. Basierend auf einer Anregung von Karlfried Gründer (1928-2011) galt es zu Beginn der vorliegenden Forschung, die weitverbreitete Rezeption und den Einfluss jenes bislang weitgehend unbekannten Vertreters des deutschen Idealismus ideengeschichtlich zu verstehen. Sein Einfluss auf den Gebieten des Naturrechts, der Pädagogik und der Sozialpolitik auf die Errichtung von staatlichen Institutionen in der spanisch geprägten Welt war entscheidend, etwa bei der Gründung der Hochschule „Institution de Libre Enseñanza“ (Madrid, 1876). Darüber hinaus sorgte Krauses Schüler Heinrich Ahrens (1808-1874) für eine nachhaltige Entwicklung und Verbreitung von Krauses Naturrechtslehre im Anschluss an die thomistische Tradition der Spätscholastik in ihrer protestantischen Ausprägung. Hierbei kam Krauses Rechtslehre sowohl in der Zeit des „Trienio Liberal“ (1820-23) in Spanien als auch in der Frankfurter Nationalversammlung (Paulskirche Frankfurt a.M., 1848-49) politisch zum Ausdruck. Im Vordergrund stand die Überwindung der Strukturen des Absolutismus mit dem Ziel, einen modernen Rechts- und Verfassungsstaat aufzubauen. Als Verfassungsbewegung leitete diese in Chile auch den Übergang der kolonialen Staatsauffassung „Estado Indiano“ zum „Estado Docente“ bzw. Estado Tutor (Erziehungsstaat) ein, wobei es außer der Errichtung eines laizistischen Staates auch um die Säkularisierung der Moral ging. Die vorliegende Untersuchung soll dazu beitragen, diesen Einfluss am Beispiel von José Victorino Lastarria (1817-1888), einem der wichtigsten Vertreter der literarischen liberalen Bewegung „Generación del 42“ in Chile, deutlich zu machen.

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astridgacitua.de

    

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