Dissertation: Der Wechsel in Baden-Württemberg von der verbindlichen Grundschulempfehlung zum beratenden Elterngespräch

Der Wechsel in Baden-Württemberg von der verbindlichen Grundschulempfehlung zum beratenden Elterngespräch

Effekte auf das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler

Schulentwicklung in Forschung und Praxis, Band 27

Hamburg 2016, 236 Seiten
ISBN 978-3-8300-9252-0

Baden-Württemberg, Beratendes Elterngespräch, Grundschule, Grundschulübergang, Gymnasium, Hauptschule, Klasse 5, Leistungsniveau, Pädagogik, Pädagogische Psychologie, Realschule, Stresserleben, Überforderung, Verbindliche Grundschulempfehlung, Wohlbefinden

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Neue Wege am Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule: Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg erhielten bis zum Schuljahr 2010/11 in der 4. Klasse eine verbindliche Grundschulempfehlung. Seit dem Schuljahr 2011/2012 dürfen Eltern nach einem beratenden Elterngespräch selbst entscheiden, auf welche weiterführende Schulart ihr Kind wechselt.

Doch wie wirkt sich die Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung zugunsten eines rein beratenden Elterngesprächs auf soziale und leistungsbezogene Aspekte sowie auf das Wohlbefinden und Stresserleben von Fünftklässlerinnen und Fünftklässlern aus?

Untersucht wurden insgesamt 191 Schülerinnen und Schüler, von denen 98 den Grundschulübergang mit verbindlicher Grundschulempfehlung, 93 den Grundschulübergang mit beratendem Elterngespräch erlebten.

Gibt es nach Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung einen Run auf das Gymnasium und werden künftig weniger Kinder die Hauptschule besuchen? Werden die Eltern im besten Interesse Ihrer Kinder entscheiden, auch wenn dies bedeutet, das eigene Kind nicht an die Wunschschulart, sondern an die durch die Lehrerinnen und Lehrer empfohlene zu schicken? Wird die Zahl überforderter Kinder in Klasse 5 schlagartig steigen? Dürfen jetzt mehr Kinder mit ihren Grundschulfreundinnen und –freunden in die neue Klasse gehen?

Welche Kinder gehören durch die Neuregelung zu den Bildungsgewinnern, welche zu den Bildungsverlierern? Gelingt es, durch die Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung die Chancengleichheit aller Kinder zu erhöhen oder sie gar herzustellen? Welche Prognosen lassen sich aus den Daten für die Zukunft der Gemeinschaftsschule ableiten? Und nicht zuletzt, erweist sich der Schritt, die verbindliche Grundschulempfehlung abzuschaffen, letztlich als zielführend und zukunftsweisend? Ist er im Interesse der Kinder?



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