Forschungsarbeit: Die religiöse Kompetenz muslimischer Schüler/innen im Kontext kompetenzorientierter Paradigmen

Die religiöse Kompetenz muslimischer Schüler/innen im Kontext kompetenzorientierter Paradigmen

Eine empirische Studie und reaktive Handlungsoptionen

Religionspädagogik in Forschung und Praxis, Band 7

Hamburg 2016, 242 Seiten
ISBN 978-3-8300-9088-5 (Print & eBook)

Bildung, Deradikalisierungsmaßnahmen, Der Kritische Filter, Immunisierung, Islamische Aufklärung, Islamismus, Kompetenzorientierung, Radikalisierung, Religiöse Indoktrination, Religiöse Kompetenz, Religionsdidaktik, Religionspädagogik, Religionspädagogische Konzepte, Schutz vor Radikalisierung

Zum Inhalt

Während das Thema „Radikalisierung“ immer rätselhafter wird und die kontroversen Debatten darüber von Relativierung über Verschleierung bis Islamfeindlichkeit reichen, konkretisiert dieses Buch die einzig vernünftige und nachhaltige Lösung gegen jegliche Art von geistiger Manipulation und erhebt die kompetenzorientierte islamische religiöse Bildung zum Immunisierungskonzept schlechthin. Es unterbreitet ein Modell, welches in der Lage ist, wenn es ernst genommen und von den verantwortlichen religiösen Autoritäten in die Praxis umgesetzt würde, ein Verständnis von Religion zu ermöglichen, welches von einer soliden Sachkompetenz ausgeht, Bezug zum heutigen Kontext herstellt und Lösungsvorschläge für die Realität anbietet. In der Debatte um Radikalisierung, Gewaltanwendung und Menschenverachtung muss präventiv und langfristig gedacht und gearbeitet werden. Die einzige Chance, welche die moderne Welt hat, liegt im Schutz junger Menschen vor religiöser Indoktrination. Dieser kann weder in Moscheen, noch in den Familien effektiv stattfinden. In der Schule ist es jedoch möglich, vor allem im islamischen Religionsunterricht, Kinder und Jugendliche gegen rekrutierendes, sektenhaftes Denken geistig zu bewaffnen und Denkschienen und -strukturen zu legen, die durch eine gesunde kritische Haltung zur eigenen Religion sowie zu anderen Denkrichtungen das Menschenfreundliche in der Konfession annehmen und das Verachtende ablehnen.

Die empirische Untersuchung in diesem Buch erhebt den Ist-Zustand der religiösen Kompetenz muslimischer Schüler/innen und reagiert auf ihre Defizite anhand eines gut durchdachten Modells, das sowohl konfessionell gebunden ist als auch eine kritische Distanz innehat, die ihm ermöglicht, die religiöse Bildung muslimischer Schüler/innen objektiv zu reflektieren und manchmal den Finger auf die Wunde zu legen, damit sie besser erkannt wird. Dass hier progressiv vorgegangen wird, versteht sich von selbst, da es der Zeitgeist verlangt und es die vielen Sackgassen der herrschenden Theologie erzwingen. Das Buch arbeitet kompetenzorientiert die Schwerpunktthemen des Lehrplans des islamischen Religionsunterrichts in Österreich aus, gibt ihnen einen befähigenden statt einen befüllenden Rahmen sowie eine fortgeschrittene multireligiöse Dimension mit pionierartigem Charakter und markiert implizit eine theologische Wende. Es wird in den anderen versetzt, nicht über ihn religiös geurteilt, es wird reflektiert und es werden wenige fertige Wahrheiten konsumiert.



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