Forschungsarbeit: Über die Freundschaft

Über die Freundschaft

Annäherungen an einen sozialen Grundbegriff

Schriften zur Sozialisationsforschung, Band 7

Hamburg 2016, 98 Seiten
ISBN 978-3-8300-8987-2 (Print/eBook)

Anarchismus, Anthropologische Differenz, Bekanntschaft, Exklusion, Freundschaft, Inklusion, Kritische Theorie, Öffentlichkeit, Postfundamentalismus, Sozialismus, Verwandtschaft

Zum Inhalt

In diesem schmalen Band soll die Freundschaft als tatsächliche und ursprünglich individuell – vom Menschen persönlich – entschiedene Sozialisationsform Thema sein.

Im ersten Teil werden einige inhaltliche Merkmale erörtert, welche die Freundschaft als soziale Beziehungsform etwa von der unverbindlicheren Bekanntschaft und der verbindlicheren, weil systemisch vorgegebenen Familienstruktur auszeichnen: Im Bewusstsein um die Tatsache, dass Freundschaft immer nur bedingt als mit rationalen Mitteln zu analysierendes System – sondern vielmehr auch als funktional verstandener Prozess – aufzufassen ist, soll der Versuch unternommen werden, einige Kriterien herauszustellen, um die Bestimmung dieser individuellen Beziehung zu klären. Insofern muss die Notwendigkeit zur klaren identitären Verortung eines solchen sozialen Beziehungsgeflechts betont werden, womit die Gefahr umschifft werden soll, in die Uferlosigkeit virtueller Verlockungen abzudriften.

Im zweiten, historischen Teil wird das Phänomen der Freundschaft speziell vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Organisationsstrukturen erörtert. Dabei wird auf den Unterschied zwischen christlich-religiöser und freundschaftlicher Beziehungsdefinition verwiesen, die mit dem Zeitalter der Romantik ihre Manifestation erfährt.

Die ganze Diskussion, die heute im Rahmen der Globalisierungsdebatte um Neoliberalisierung und weniger (National)Staat geführt wird, erinnert frappant an die Debatten um den Anarchismus, der ebenfalls die Freiheit des Einzelnen in ihrer letzten Konsequenz ausführt, womit man idealerweise in der Negation endet. – Dass es diese Negation braucht, sie aber nur die Initialzündung für eine sinnvolle soziale Neuschöpfung eines Miteinander, der Stein des Anstoßes einer (Selbst)Reflexion sein kann, zeigen die Vertreter der Kritischen Theorie zur Mitte des 20. Jahrhunderts.



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