Forschungsarbeit: Das Quäkertum in Deutschland

Das Quäkertum in Deutschland

Von den ersten Anfängen bis zum Kaiserreich

Studien zur Geschichtsforschung der Neuzeit, Band 89

Hamburg 2016, 468 Seiten
ISBN 978-3-8300-8927-8

Rezension

[...] Auch wenn Bernet es seinen Lesern nicht immer leichtmacht, lohnt sich eine eingehende Beschäftigung mit seinem Buch.  [...]

Manfred Henke, in:
Jahrbuch Freikirchenforschung, 26(2017)

Bad Pyrmont, Freikirche, Friedensthal, Geschichte, Herford, Industrialisierung, Ludwig Seebohm, Minden, Mission, Pazifismus, Quäker, Quäkertum, Religionswissenschaft, Schulwesen, Theologie

Zum Inhalt

Das Quäkertum kommt ursprünglich aus England und hat auch in Deutschland eine inzwischen über 350jährige Geschichte. Es ist die Geschichte einer Mission, die von England und den USA aus in Preußen und vor allem im Fürstentum Pyrmont-Waldeck Spuren hinterlassen hat.

Von den ersten Anfängen der Deutschlandreise des George Fox und William Penn über die Mission von Elizabeth Fry bis hin zu den letzten Quäkerversammlungen am Beginn des Ersten Weltkriegs werden die zentralen Themen dieser Lebens- und Religionsgemeinschaft behandelt. Das sind vor allem der Pazifismus (bzw. Kriegsdienstverweigerung), die Gefängnisreform, die Eidfrage, aber auch innergemeindliche Konflikte über theologische Fragen und vornehmlich moralisches Verhalten (Eheprobleme, Alkoholfrage, interpersonelle Differenzen).

In dem Band „Das Quäkertum in Deutschland“ werden die politischen und kulturellen Verhältnisse Deutschlands einbezogen, in denen das Quäkertum sich durchsetzen konnte, gegen erheblichen Widerstand und Intoleranz vor allem des Luthertums. Vornehmlich aus dem Geist der Aufklärung heraus, aber auch aufgrund frühindustrieller Förderung und personeller Netzwerke über ganz Europa hinweg konnten sich Quäkerzentren in Bad Pyrmont, Minden, Herford, Barmen, Obernkirchen, Berlin und anderswo herausbilden und reformerisch wirken. Noch heute bekannte Persönlichkeiten hatten damals Quäkerkontakte, etwa die Schriftsteller Johann Wolfgang von Goethe oder Matthias Claudius, und vor allem der preußische Hochadel, wie zum Beispiel die preußische Prinzessin Luise, König Friedrich Wilhelm III. oder Kaiser Wilhelm II. Dieser Band ist auch ein neuer Beitrag zur Minderheitenforschung und zur religiösen Vielfalt, vor allem unter Einbezug angloamerikanischer Fragestellungen und Forschungen. Ergänzt wird dieses neue Standardwerk durch ein ausführliches Quellenverzeichnis, weiterführende Literaturangaben und mehrere benutzerfreundliche Register zum Auffinden spezieller Themen und Interessensschwerpunkte.



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