Forschungsarbeit: Syntaktische Komplexität in mündlichen Erzählungen

Syntaktische Komplexität in mündlichen Erzählungen

Monolinguale russische und bilinguale russisch-deutsche Kinder und Jugendliche im Vergleich

PHILOLOGIA – Sprachwissenschaftliche Forschungsergebnisse, Band 210

Hamburg 2016, 116 Seiten
ISBN 978-3-8300-8922-3 (Print/eBook)

Bilingual, Bilingualismus, Deutsch, Jugendliche, Linguistik, Mehrsprachigkeit, Monolingual, mündliche Erzählungen, Russisch, russisch-deutsche Kinder, Sprachentwicklung, Sprachkontakt, Syntaktische Komplexität, Syntax, Zweisprachigkeit

Zum Inhalt

Die Autorin befasst sich in dieser empirischen Studie mit einem bisher wenig bearbeiteten Gegenstand in der linguistischen Forschung zu Sprachkontakt im Kindes- und Jugendalter – der syntaktischen Komplexität im Russischen als Herkunftssprache. In Bezug auf Zweisprachigkeit stellt syntaktische Komplexität ein neues und problematisches Forschungsfeld dar. Bisherige Studien weisen auf diesem Gebiet keine einheitlichen Erkenntnisse auf. Die Studie baut auf dem in den 1960–70er-Jahren entwickelten und in der jüngeren Vergangenheit wiederholt angewendeten Konzept der syntaktischen Komplexitätsbestimmung. Ziel der Verfasserin ist es, ein Analysedesign zur Bearbeitung von russischsprachigen mündlichen Narrativen auszuarbeiten und zu approbieren.

Untersucht wurden monolinguale russischsprachige und bilinguale russischdeutschsprachige Kinder und Jugendliche in drei Altersgruppen: 7–8-Jährige, 12–13-Jährige und 16–17-Jährige. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass in Hinsicht auf die für die Komplexitätsbestimmung ausgewählten Parameter mit zunehmendem Alter die Differenzen zwischen lebensweltlich monolingualen und zweisprachigen Kindern und Jugendlichen zunehmen. Interessant ist der Befund, dass ältere Mehrsprachige nur wenige so genannte low-frequency syntactic structures verwenden und dies durch den Gebrauch anderer syntaktischen Konstruktionen kompensieren. Hier liegt die Vermutung nahe, dass das Fehlen der schulsprachlichen Bildung im Russischen dazu führt, dass Mehrsprachige bestimmte Kategorien nicht analog ausbilden, während gleichaltrige lebensweltlich Monolinguale solche komplexen Strukturen effizient im schulischen Unterricht erlernen. Zugleich werden bei Mehrsprachigen Kompensationsstrategien entwickelt, die mit einem Transfer aus dem Deutschen begründet werden können.



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