Dissertation: Einfluss des Controllings auf das aktive Krisenmanagement

Einfluss des Controllings auf das aktive Krisenmanagement

Eine Studie am Beispiel von Wandlungsbedarfen für Produktionssysteme

Schriftenreihe innovative betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis, Band 446

Hamburg 2015, 342 Seiten
ISBN 978-3-8300-8660-4

Controlling, Dysfunktionales Controlling, Experteninterviews, Früherkennung, Krise, Krisenmanagement, Produktionssysteme, qualitativer Forschungsansatz, Unternehmenskrise, Vorbeugung

Zum Inhalt

Gerade für Produktionsunternehmen scheint die Krisenforschung im besonderen Maße relevant. Schon aufgrund ihres schnelllebigen und volatilen Umfeldes und sich daraus ableitenden Wandlungsbedarfen sehen sie sich besonders häufig einer Krise ausgesetzt.

An diesem Punkt setzt diese Forschungsarbeit an, beschränkt sich jedoch auf das aktive Krisenmanagement, also die Vorbeugung und Früherkennung von Unternehmenskrisen. Diese Fokussierung geht nicht ausschließlich auf den bestehenden Bedarf nach einer stärkeren Erforschung der frühen Krisenphasen zurück, sondern ergibt sich auch aus der Logik, dass aktiv verhinderte oder frühzeitig erkannte und gemanagte Krisen keine reaktiven Handlungsnotwendigkeiten mehr erzeugen. In den Mittelpunkt dieser Betrachtung rücken das Controlling und sein Einfluss auf das aktive Krisenmanagement. Anders als im reaktiven Krisenmanagement, d.h. im Rahmen der Bewältigung von Krisen bzw. der Insolvenzverwaltung, wird die Rolle und der Einfluss des Controllings hier bisher kaum thematisiert. Dabei lassen die zentrale Positionierung der Controllingfunktion innerhalb der Unternehmensorganisation, ihre Aufgabenfelder wie die Führungsunterstützung, Planungs- und Kontrollaufgaben im Rahmen der Koordination, die Informationsversorgung und die Rationalitätssicherung genau wie die ihr zur Verfügung stehenden Instrumente und Methoden (beispielsweise Szenarioplanung, Planungsmethoden, Früherkennung) ihre Relevanz im Rahmen des aktiven Krisenmanagements bereits erahnen.

Gleichzeitig geht vom Controlling immer auch die Gefahr aus, die Entstehung und Entwicklung von Unternehmenskrisen (ungewollt) zu begünstigen. Denn jene Attribute, für die Controlling vielfach steht (ausgeprägtes Effizienzdenken, Umsatz- und Gewinnmaximierung, Kostenminimierung oder auch die Gestaltung effizienter und standardisierter Geschäftsprozesse), decken sich im Allgemeinen nicht mit den Anforderungen, die Veränderungsprozesse und Wandlungsbedarfe an Unternehmen stellen. Die Studie widmet sich auch dieser von einigen Forschern bereits angedeuteten Gefahr der Krisenentstehung durch dysfunktionales Controlling.



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