Forschungsarbeit: Grundlagen der Kiefernwirtschaft

Grundlagen der Kiefernwirtschaft

Versuchsflächenergebnisse und Entscheidungshilfen

Schriftenreihe agrarwissenschaftliche Forschungsergebnisse, Band 59

Hamburg 2015, 320 Seiten
ISBN 978-3-8300-8623-9 (Print/eBook)

Rezensionen

[...] Lockow gewährt auf der Basis von genetisch bestimmten Kiefernentwicklungstypen einen Ausblick auf eine völlig neue Qualität der Kiefernwirtschaft. Beginnend bei den Ursprüngen der "Eberswalder Schule" zeichnet er den Weg zu einer erfolgversprechenden Bestandespflege. Erfolgversprechend ist diese Pflege insofern, als sie allen an der Nadelholzbestandeswirtschaft Zweifelnden neue Gewissheit für eine erfolgreiche Fortsetzung dieser Betriebsform gibt. Die Entwicklung von Beständen unter Beachtung der Kiefernentwicklungstypen erreicht in den Reinbeständen das benötigte innere, umweltstabile Gefüge. Das befreit die Kiefernwirtschaft vom modischen Zwang, durch Einzelstammwirtschaft nach Möglichkeit überall stabile Mischungen erzeugen zu müssen. Daraus resultiert die Notwendigkeit zur Fortführung des Eberswalder Versuchswesens, das alle Notzeiten und Kriege überstand, aber aktuell heruntergefahren worden ist. Zusammenfassend gilt: Die reinbestandsmäßige Bewirtschaftung der Kiefer folgt dem Naturvorbild und ist in Nordostdeutschland eine wesentliche Garantie der Nachhaltigkeitswirtschaft.

Ottomar Greger, in:
Deutscher Waldbesitzer, 3/2016

[...] Das Buch ist empfehlenswert insbesondere für Waldeigentümer, die ihre Waldwirtschaft auf die Entwicklung werthaltiger Waldbestände richten. Für den ehemaligen altmärkischen Forstamtsleiter, Waldbaudezernenten und Waldökologen Dr. Ottomar Greger ist das Werk "eine ernste Warnung vor einer modischen, bestandsauflösenden Wirtschaftsführung dort. wo standortsbedingt mit der anspruchslosen Kiefer und nicht mit anspruchsvollen Laubholzschlussbaumarten gewirtschaftet werden muss".

Stephan Loboda, in:
FORST & TECHNIK, 6/2016

Agrarwissenschaft, Bäume, Bestandsentwicklung, Durchforstung, Ertragsleistung, Forstwissenschaft, Gemeine Kiefer, Kulturbegründung, Mischbestände, Nährstoffspeicherung, Pinus sylvestris L., Provenienzversuche, Qualitätsleistung, Trockenmasse, Waldwachstum

Zum Inhalt

Die Gemeine Kiefer (Pinus sylvestris L.) ist aufgrund der bodenkundlichen und klimatischen Verhältnisse und ihrer vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten eine der Hauptbaumarten unseres Landes. Gesicherte Bewirtschaftungserkenntnisse sind daher zur Wahrung der Nachhaltigkeit und im Interesse einer hohen Wertschöpfung wichtige Voraussetzungen.

Aus Wachstums- und Entwicklungsabläufen auf langfristigen Versuchsflächen abgeleitet, werden der forstlichen Praxis auf zahlenmäßiger Grundlage fundierte und neueste Erkenntnisse zur Bewirtschaftung dieser Baumart in Abhängigkeit vom Standort und der Bestandesbehandlung im nordostdeutschen Tiefland vermittelt. Im Mittelpunkt stehen Wachstum und Entwicklung, Zuwachs, Ertrag und Stabilität. Sich im Wachstums- und Entwicklungsprozess der Kiefer vollziehende quantitative und qualitative Veränderungen werden mit mathematischen und statistischen Methoden ausgewertet, Gesetzmäßigkeiten abgeleitet und die Wirkungen von Gratiskräften der Natur quantifiziert.

Alle gewonnenen Erkenntnisse münden in waldbaulichen und betriebswirtschaftlichen Schlussfolgerungen und Empfehlungen, Handlungsanleitungen sowie in praktikablen graphischen, numerischen und tabellarischen Entscheidungshilfen. Unter Beachtung der konkreten Gegebenheiten ermöglichen sie es dem Wirtschafter, Walderneuerung, Erziehung, Pflege und Nutzung der Kiefer effizient zu realisieren.

Aus Wachstumsanalysen in Mischbestandesstrukturen werden Schlussfolgerungen zum Aufbau ökologisch wertvoller, ertragreicher Kiefern/Buchen- und Kiefern/Traubeneichen-Mischbestände abgeleitet.

Da die Bewirtschaftung der Kiefer eine hohe Volumen- und Qualitätsleistung anstrebt, wird der Durchforstung im Jungbestandesalter besondere Bedeutung beigemessen. In dieser Entwicklungsphase erfolgt die Entscheidung über die künftige Ertragsleistung und Wertschöpfung dieser Baumart. Hier kommen neue Erkenntnisse der Kiefernwirtschaft, die in Eberswalde entwickelte Kieferntypenlehre, zur Anwendung. Sie schließt die Erziehung von Wertholz, hohe Volumenleistung und optimale natürliche Stabilität ein.

Zur Leistungskontrolle der Kiefernbestände werden leicht handhabbare Entscheidungshilfen entwickelt und Kriterien zur Beurteilung abiotischer Risikofaktoren vorgelegt.

Aus einem über 100 Jahre in Beobachtung stehenden Provenienzversuch werden Schlussfolgerungen zur Quantitäts- und Qualitätsleistung verschiedener Kiefernherkünfte gezogen.

Tafeln zur Schätzung der Trockenmasse und Nährstoffspeicherung von Einzelbäumen und Waldbeständen bieten die Möglichkeit, die Wirkung von Nährstoffentzügen durch Wirtschaftsmaßnahmen auf die Bodenfruchtbarkeit zu beurteilen und auf regionaler Basis ökologisch relevante Nutzungsstrategien abzuleiten. Die Tafeln sind geeignet, das Kohlenstoffspeicherpotenzial von Kiefernbeständen einzuschätzen. Unter dem Aspekt des Klimawandels besitzen sie umweltökologische Bedeutung.



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