Forschungsarbeit: Hedgefonds-Aktivismus in Deutschland

Hedgefonds-Aktivismus in Deutschland

Eine ökonomische und juristische Analyse

Studienreihe wirtschaftsrechtliche Forschungsergebnisse, Band 195

Hamburg 2015, 176 Seiten
ISBN 978-3-8300-8612-3

Aktive Investoren, Betriebswirtschaftslehre, Deutsche Börse AG, Gesellschaftsrecht, Hedgefonds, Hedgefonds-Aktivismus, Investoren, Kapitalanlagegesetzbuch, Kapitalmarktrecht, London Stock Exchange, Mergers & Acquisitions, Rechtswissenschaft, Shareholder Activism, Spezial-Alternative Investmentfonds, TCI/ The Children‘s Investment Fund, Werner G. Seifert, Wirtschaftsrecht

Zum Inhalt

Die Hedgefonds-Welt mag für den Außenbetrachter durchaus mysteriös und spektakulär erscheinen: Mysteriös, weil es oftmals schwer nachzuvollziehen ist, womit Fondsmanager eigentlich ihr Geld verdienen. Und spektakulär waren jedenfalls des Öfteren einschlägige Wirtschaftsnachrichten aus der Vergangenheit hinsichtlich Managervergütungen, Fondsrenditen und -pleiten – wovor anscheinend selbst Hedgefonds mit Nobelpreisträgern als Angestellte nicht geschützt sind. Auch diese Fälle erwähnt das Werk „Hedgefonds-Aktivismus in Deutschland“ und erläutert zunächst die wichtigsten Merkmale der globalen Hedgefonds-Industrie sowie die Grundlagen der komplexen Anlagestrategien anhand einer strukturierten Darstellung. Im Fokus der Studie steht hiernach eine spezielle Hedgefonds-Vorgehensweise, mit der börsennotierte Unternehmen in Deutschland im ersten Jahrzehnt nach der Jahrtausendwende wiederholt konfrontiert wurden: Hedgefonds-Aktivismus.

Das Auftreten aktivistischer Hedgefonds in Deutschland ist durch mehrere, parallel gelaufene Prozesse bedingt: Die Auflösung der „Deutschland AG“ seit Mitte/Ende der 1990er Jahre führte bei börsennotierten Gesellschaften zum Übergang vom „koordinierten Kapitalismus“ zu einem angelsächsisch geprägten System mit hohem Streubesitz der Aktien. Dieser Trend war verbunden mit einer fortschreitenden Internationalisierung und zunehmenden Institutionalisierung der Kapitalmärkte: Anstelle einheimischer Banken traten immer mehr internationale Finanzinvestoren als Anteilseigner in den Vordergrund. Auf die Fragen, welche Ziele aktivistische Investoren verfolgen und wie die einschlägigen juristischen Rahmenbedingungen in Deutschland ausgestaltet sind, liefert die Analyse „Hedgefonds-Aktivismus in Deutschland“ anhand der vorliegenden empirischen Studien detaillierte Antworten und erleichtert die Orientierung mit aufschlussreichen Übersichten und Abbildungen.

Wie können börsennotierte Unternehmen in Deutschland auf dieses Phänomen reagieren? Auf Grund der dargestellten Strategieanalysen und (Präventiv-)Maßnahmen dürfte das Werk auch für Praktiker von hoher Relevanz sein, zumal eine „aktivistische Kampagne“ des Hedgefonds TCI gegen die Deutsche Börse AG anhand konkreter Einzelmaßnahmen ausführlich besprochen wird. Nach der Lektüre des Buches erscheint zumindest Hedgefonds-Aktivismus weniger mysteriös zu sein; die betreuten Fondsvolumen sowie die Entwicklung der Hedgefonds-Industrie bleiben jedenfalls weiterhin spektakulär.



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