Doktorarbeit: Determinanten von Präsentismus aus handlungstheoretischer Sicht

Determinanten von Präsentismus aus handlungstheoretischer Sicht

Eine empirische Analyse auf Basis der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012

Schriften zur Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie, Band 77

Hamburg 2015, 254 Seiten
ISBN 978-3-8300-8529-4

Absentismus, Arbeitnehmer, Double-Hurdle-Regression, Handlungstheorie, Ökonomie, Präsentismus, Psychologie, Rational-Choice, Soziologie, Zähldatenanalyse

Zum Inhalt

Präsentismus als zur-Arbeit-gehen trotz Krankheit ist eine Thematik, die in den letzten Jahren zunehmend in den Blickpunkt der Arbeits- und Organisationsforschung gerückt ist. Grund hierfür ist die paradoxe Situation, dass es bei deutschen Arbeitnehmern eine Abnahme von Krankmeldungen trotz steigender Belastungen und Beschwerden, vor allem psychosozialer Art zu verzeichnen gibt. Die Untersuchung dieses Phänomens ist das Anliegen des Autors.

Der Text gibt einen ersten Überblick über den aktuellen Forschungsstand zum Thema Präsentismus und stellt grundsätzliche Definitionen für eine kontextuelle Rahmung der Thematik bereit. Im Zuge der Auseinandersetzung mit den Begriffen Gesundheit und Krankheit wird auch das Verhältnis zwischen Präsentismus und dem weit besser erforschten Absentismus beleuchtet. Zudem wird eine handlungstheoretische Herangehensweise unter Einbeziehung gesamtgesellschaftlicher Bedingungen vorgeschlagen. Im zweiten, empirischen Teil auf Grundlage der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012, überprüft der Autor unklare Befunde sowie neue Hypothesen, die u.a. das Präsentismusthema als Mehrebenen-Problematik darstellen. Im Ergebnis zeigt sich, dass die Studie einen substantiellen Beitrag zur Präsentismusforschung leistet. So kann unter anderem gezeigt werden, dass die Angst vor einem Jobverlust ebenso wenig die Bereitschaft für Präsentismus erhöht, wie dies eine schlechte finanzielle Situation und ein niedriger beruflicher Status der Arbeitnehmer bewirken. Vielmehr rückt einmal mehr die Bildung der Befragten in den Fokus. Die aus der Ungleichheitsforschung bekannten Befunde, dass höhere Bildung positive Effekte hat, können auch bezüglich Präsentismus bestätigt werden.

Die Stärken des Buchs sind vor allem die systematische Aufarbeitung des Forschungsstandes und seine Überprüfung, die zu einer Straffung der Diskussion um die Ursachen von Präsentismus führen.



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