Doktorarbeit: „Construite par plus d‘écrivains que de maçons“ – (De-)Konstruktionen Venedigs in französischsprachiger Literatur seit Mitte des 20. Jahrhunderts

„Construite par plus d‘écrivains que de maçons“ –
(De-)Konstruktionen Venedigs in französischsprachiger Literatur seit Mitte des 20. Jahrhunderts

Studien zur Romanistik, Band 27

Hamburg 2015, 222 Seiten
ISBN 978-3-8300-8427-3

20. Jahrhundert, Dekonstruktion, Jean-Paul Sartre, Jean-Philippe Toussaint, Jean Giono, Julien Gracq, Literatur, Literaturwissenschaft, Michel Butor, Paul Moranol, Phillippe Sollers, Romanistik, Régis Debray, Venedig

Zum Inhalt

Venedig fasziniert seit Jahrhunderten Künstler, Filmschaffende und Schriftsteller. Vor allem die französische Literatur hat sich im Vergleich zu anderen Nationalliteraturen als sehr kreativ erwiesen. Texte und andere Medien haben den Mythos der Lagunenstadt geformt. So wie sie diesen geschaffen haben, können sie ihn auch wieder der Kritik aussetzen und zerstören. In der Studie geht es um die Wechselseitigkeit zwischen der Weiterführung eines überwiegend literarisch erzeugten Venedigbildes und der gleichzeitigen Bemühung, dieses zu überwinden.

In einem theoretischen Teil wird erläutert, wie eine Textstadt erzeugt werden kann. Außerdem wird der Begriff Mythos im Kontext der Lagunenstadt definiert. Ferner wird die Entstehung und Weitergabe des Mythos nachgezeichnet.

Im Hauptteil der Untersuchung werden zehn französischsprachige Venedigtexte analysiert, die zwischen 1951 und 2004 erschienen. Die Auswahl umfasst sowohl namhafte als auch weniger beachtete Autoren, deren Werke im Blick auf das Thema Venedig aufschlussreich sind. Zum Textkorpus zählen: Giono: „Voyage en Italie“, Butor: „Description de San Marco“, Sartre: „La Reine Albemarle ou le dernier touriste“ und „Venise, de ma fentre“, Toussaint: „La salle de bain“, Gracq: „Le Rivage des Syrtes“, Morand: „Venises“, Mohrt: „Les dimanches de Venise“, Debray: „Contre Venise“, Sollers: „Dictionnaire amoureux de Venise“.

Die fundierten Textanalysen berücksichtigen nicht nur die übergreifende Fragestellung, sondern gehen auf die Besonderheit jedes einzelnen Werks ein. Die untersuchten Texte zielen auf die Dekonstruktion und Entmythisierung Venedigs. Dabei wird ein zuvor mehr oder minder kohärentes Gesamtbild der Lagunenstadt in neue Bedeutungen generierende Fragmente zerlegt. In diesem Zusammenhang werden die Probleme Venedigs infolge zunehmender Touristenströme, sinkender Einwohnerzahlen und steigender Umweltprobleme nicht ausgespart, sondern bewusst thematisiert. Die Lagunenstadt wird so zu einem Ort der Kulturkritik.



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