Forschungsarbeit: Die Integration Wismars in das Herzogtum Mecklenburg nach 1803

Die Integration Wismars in das Herzogtum Mecklenburg nach 1803

Schriftenreihe der David-Mevius-Gesellschaft, Band 9

Hamburg 2015, 278 Seiten
ISBN 978-3-8300-8375-7

19. Jahrhundert, Akzise, Edition, Geschichtswissenschaft, Handel, Integration, Mecklenburg, Schweden, Vertrag von Malmö, Verwaltung, Vorpommern, Wirtschaft, Wismar, Zoll

Zum Inhalt

Oftmals im Schatten früherer Epochen stehend, fand das 19. Jahrhundert in Wismars Stadtgeschichte bisher weniger Beachtung. Dabei markiert das Jahr 1803 für die Hansestadt Wismar und das Herzogtum Mecklenburg-Schwerin einen Meilenstein: Mit dem Vertrag von Malmö endete die Phase der rund 150 Jahre währenden schwedischen Herrschaft über die Stadt. Welche Veränderungen ergaben sich daraus für Institutionen, Strukturen und Menschen? Gelang ein zügiges Anknüpfen an die mecklenburgische Vergangenheit? Oder erwiesen sich vielmehr die trennenden Aspekte als beständiger? Diesen Fragen geht die Untersuchung für den Zeitraum bis etwa 1830 nach. Sie erhellt einen Integrationsprozess, der zwischen einem selbstbewussten Rat und einer auf Durchsetzung des eigenen Machtanspruchs bedachten Regierung vielfach ausgehandelt wurde. Fast immer ergaben sich dabei Reibungspunkte und Konflikte.

Sowohl das Steuer- und Zollwesen als auch das Justizsystem werden einer genaueren Betrachtung unterzogen. Schwerpunktmäßig ist aber die wirtschaftliche Entwicklung der Seestadt von Interesse, wofür bisher kaum beachtete Aktenbestände des Archivs der Hansestadt Wismar und des Landeshauptarchivs Schwerin ausgewertet wurden. Auch die Wahrnehmung der Zeitgenossen kommt in diesem Kontext zur Sprache. Zur Einordnung der Befunde wird schließlich der Vergleich zum ehemals schwedischen Teil Vorpommerns vorgenommen, der 1815 in preußischen Besitz wechselte.

Den zweiten Part des Buches bildet ein umfangreicher Editionsteil, der ausgewählte Dokumente der Wismarer Stadtgeschichte im 19. Jahrhundert erstmals einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich macht. Es handelt sich vornehmlich um offiziellen Schriftverkehr zwischen städtischen und landesherrlichen Institutionen, Interna des Wismarer Rates, Verordnungen und Druckschriften Wismarer Autoren. Insofern wird mit dem vorliegenden neuesten Band der Schriftenreihe der David-Mevius-Gesellschaft in doppelter Hinsicht ein wertvoller Beitrag zur Stadt- und Landesgeschichte geleistet.

Zukünftige Forschungen zur wechselvollen Vergangenheit der Hansestadt sowie allgemein zur Integration von Territorien in einen anderen Staatsverband finden hier zahlreiche Anknüpfungspunkte.



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