Dissertation: Der Missbrauch von anabol-androgenen Steroiden im freizeitorientierten Bodybuilding – Risikoanreize und Schutzfaktoren

Der Missbrauch von anabol-androgenen Steroiden im freizeitorientierten Bodybuilding – Risikoanreize und Schutzfaktoren

Eine empirische Untersuchung von hyperinkludierten Körpermodellierern

Schriften zur Sportwissenschaft, Band 125

Hamburg 2014, 242 Seiten
ISBN 978-3-8300-8120-3 (Print/eBook)

Ästhetik, Anabolika, Beratung, Bodybuilding, Freizeitsport, Gesundheit, Gesundheitsförderung, Körperkult, Kraftsport, Medikamentenmissbrauch, Schönheit, Schönheitsideale, Sport, Steroide, Suchtprävention

Zum Inhalt

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Der Anteil an freizeitorientierten Körpermodellierern, die anabol-androgene Steroide (AAS) in den Fitnessstudios in Eigenregie und in unkontrollierten Mengen konsumieren, ist sehr hoch. Das wesentliche Interesse dieses Buches besteht darin, Risikoanreize und Schutzfaktoren bezüglich des AAS-Missbrauchs individuenzentriert bei freizeitorientierten Bodybuildern mit und ohne Anabolikamissbrauch zu elaborieren, um aus den Ergebnissen adäquate Beratungsansätze und präventive Maßnahmen in Zukunft zielgenau für Körpermodellierer zu entwickeln und in Beratungskonzepte gegen den Anabolikamissbrauch einzusetzen.

In diesem Forschungskontext wurden in der empirischen Untersuchung nur hyperinkludierte Körpermodellierer befragt. Diese Voraussetzung machte es möglich, bedeutende Unterschiede und Vergleiche zwischen den Usern und Nonusern herauszustellen.

Die Ergebnisse zeigen, dass die starke Identifizierung mit dem hyper?muskulösen Körper durch den Steroidmissbrauch noch weiter verstärkt wird und der Medikamentenmissbrauch dadurch in eine suchtähnliche Struktur mündet. Jede zusätzlich aufgebaute Muskelfaser wird zum Bestandteil der eigenen, hart erarbeiteten Identität und wird gesellschaftlich und persönlich zu einer symbolträchtigen Anerkennungsform bei vielen der befragten User. Aus den wahrgenommenen Vorteilen des Anabolikamissbrauchs entwickelt sich bei den meisten Usern eine Negativspirale, die durch Identitäts- und Anerkennungsgewinne genährt und durch die ausgeprägten Nebenwirkungen beim Absetzen der Steroide verstärkt wird.

Im Bereich der Schutzfaktoren konnte u. a. herausgefunden werden, dass die hyperinkludierten Nonuser keine Steroide konsumieren, weil sie nicht das Ideal eines „AAS-Körpers“ anstreben. Sie verfolgen in der Regel das Ziel, einen sehr athletischen und muskulösen Körper zu modellieren, der jedoch nicht die Dimensionen eines „AAS-Körpers“ erreichen muss. Das jeweils vorherrschende Körperideal ist also besonders ausschlaggebend, um die Gefahr des Steroidmissbrauchs zu reduzieren.



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