Forschungsarbeit: ADHS/ADS als Allzweckdiagnose für Störungen bei Kindern

ADHS/ADS als Allzweckdiagnose für Störungen bei Kindern

Das Fehlen eines einheitlichen Krankheitsbildes

Studienreihe psychologische Forschungsergebnisse, Band 176

Hamburg 2014, 148 Seiten
ISBN 978-3-8300-8113-5 (Print/eBook)

ADHS, Allzweckdiagnose, Hirnareale, Krankheitsbilder, Medikamente, Neurotransmitter, Psychologie, Therapien, Ursachen

Zum Inhalt

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Nach zwanzig Jahren intensiver Auseinandersetzung in Lehre, Forschung und Praxis mit Lern- und Verhaltensstörungen bei Kindern kommt der Autor zu dem Ergebnis: Die Zivilisationskrankheit Nr. 1 (ADHS/ADS) bei Kindern gibt es nicht.

Das gilt zumindest für die Vorstellungen nach denen in unserer Gesellschaft immer wieder von Ärzten Diagnosen erstellt werden. Man hat hier eine Allzweckdiagnose entwickelt, die das Verschreiben von Pillen erleichtert, Eltern schneller beruhigt bzw. allen Beteiligten das Gefühl vermittelt, etwas getan zu haben. Ein einheitliches Krankheitsbild, das diese Vorgehensweise rechtfertigen würde, gibt es nicht. Es ist vielmehr so, dass sich hinter ADHS/ADS verschiedene Störungen mit unterschiedlichen Ursachen verbergen, die auch eine differenzierte therapeutische Vorgehensweise erfordern.

In einigen Fällen mag ja das berühmte oder besser berüchtigte Ritalin durchaus zu positiven Ergebnissen führen, es kann aber auch das Ganze verschlimmern.

In der vorliegenden Studie wird untersucht wie genetische Abweichungen, Überforderungen, Ängste, ein gewisses Anderssein etc. die Störungen auslösen. Zusammenfassend heißt das: mal ist es die Umwelt, mal die genetische Basis, die Ursache für das – was man ADHS nennt – ist. Oft ist es schwierig, festzustellen, ob bei dem Zappelphilipp die überfordernde Umwelt oder die genetische Abweichung Ursache der Störung ist. Diesen schwierigen Weg muss man jedoch gehen, da ansonsten keine angemessene Therapie möglich ist.



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