Dissertation: Dynamische Fähigkeiten im Strategischen HRM: Zugrunde liegende HR-Prozesse und Wirkungen

Dynamische Fähigkeiten im Strategischen HRM: Zugrunde liegende HR-Prozesse und Wirkungen

Eine qualitative Einzelfallstudie

Schriftenreihe innovative betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis, Band 419

Hamburg 2014, 372 Seiten
ISBN 978-3-8300-8092-3

Dynamic Capabilities, Dynamische Fähigkeiten, HR-Fähigkeit, HR-Innovation, Human Relationship, Human Relationship Management, Personalwirtschaft, Strategisches HRM

Zum Inhalt

Zunehmende Umweltdynamiken und einhergehende unternehmensstrategische Neuausrichtungen führen in der Literatur des Strategischen Human Resource Management (HRM) zu der Diskussion hinsichtlich einer flexiblen und kontinuierlichen Anpassung und Integration von HR-Praktiken. Der aktuelle Forschungsstand bietet diesbezüglich keinen kohärenten Erklärungsansatz, der eine prozessbezogene Betrachtung dieser Problematik erlaubt. Vor diesem Hintergrund fokussiert diese Arbeit auf eine prozessbezogene Untersuchung, um notwendige Veränderungen von HR-Praktiken und deren organisationale Verankerung mit Blick auf zunehmende Umweltdynamiken erklären zu können. Neben der Entwicklung der aktuellen Forschungsströme im Strategischen HRM und der Begründung des Forschungsproblems der Arbeit in der prozessfokussierten Erklärung hinsichtlich der Veränderung und der Integration von HR-Praktiken wird der ’Dynamic Capability Approach’ als theoretischer Erklärungsansatz herangezogen. So kann über den statischen Erklärungscharakter bisheriger Forschungsansätze im Strategischen HRM hinausgehend, ein prozessbezogenes Verständnis entwickelt werden. Hierbei werden die Begriffe der HR-Prozesse und der HR-Fähigkeit entwickelt. Letztere wird vor dem Hintergrund des gewählten Theoriefeldes als operationale Fähigkeit verstanden. Der theoretischen Logik dieses Ansatzes folgend, bedarf es zu deren kontinuierlichen Anpassung entsprechender HR-spezifischer dynamischer Fähigkeiten. Die vorliegende Untersuchung fokussiert entsprechend auf die generelle Forschungsfrage, wie und warum personalstrategische HR-Prozesse die Herausbildung von dynamischen Fähigkeiten zum Wandel der operationalen HR-Fähigkeit beeinflussen. Hierbei werden die Begriffe der dynamischen HR-Innovationsfähigkeit und der dynamischen HR-Integrationsfähigkeit konzeptionell entwickelt und empirisch untersucht. Prozessual werden die organisationsspezifischen HR-Prozesse der experimentellen Suche, des explorativen Lernens und der Rekombination als zugrunde liegende Prozesskategorien einer dynamischen HR-Innovationsfähigkeit betrachtet. Hinsichtlich der dynamischen HR-Integrationsfähigkeit werden die restriktive Selektion, das Anwendungslernen sowie die Koordination als zugrunde liegende organisationsspezifische HR-Prozesse untersucht. Methodisch wird sich dieser Fragestellung mit Hilfe einer longitudinalen Einzelfallstudie mit eingebetteten Analyseeinheiten genähert. Vor dem Hintergrund des theoretischen Verständnisses der Arbeit werden hierfür zunächst theoriegeleiteten Propositionen entwickelt, die das weitere methodische Vorgehen bestimmen. Die Datenerhebung folgt hierbei eng dem Prinzip der Datentriangulation und inkludiert zahlreiche Dokumente, Interviews und Beobachtungen, die in einem Zeitraum von über drei Jahren in einem deutschen Finanzdienstleistungsunternehmen erhoben werden konnten. Als Ergebnis können so unterschiedlich komplexe Zusammenspiele idiosynkratischer und gemeinsamer organisationsspezifischer HR-Prozesse herausgearbeitet werden, die zu der Herausbildung von verschiedenen HR-spezifischen dynamischen Fähigkeiten führen. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Problemstellung dieser Studie auf eine prozessbezogene Erklärung hinsichtlich der Herausbildung HR-spezifischer dynamischer Fähigkeiten zum Wandel der operationalen HR-Fähigkeit fokussiert. Das Werk leistet folglich einen Erklärungsbeitrag zum Strategischen HRM einerseits und zum Ansatz Dynamischer Fähigkeiten andererseits. Hierbei konnten sowohl gemeinsame als auch idiosynkratische Prozessaktivitäten bezüglich der der verschiedenen zugrunde liegenden HR-Prozesse herausgearbeitet werden. Über den Vergleich der zugrunde liegenden Prozesskategorien konnten dann die HR-spezifischen dynamischen Fähigkeiten differenzierter betrachtet werden. Der aufgezeigten Argumentation folgend, liegt der Erkenntnisgewinn der vorliegenden Studie in der differenzierten Betrachtung prozessbezogener Idiosynkrasien und Gemeinsamkeiten, die helfen können, die Herausbildung verschiedener HR-spezifischer dynamischer Fähigkeiten und deren unterschiedliche Wirkung zu erklären.



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