Dissertation: Die attributiven Konstruktionen im Deutschen und im Arabischen

Die attributiven Konstruktionen im Deutschen und im Arabischen

Schriften zur Vergleichenden Sprachwissenschaft, Band 16

Hamburg 2016, 406 Seiten
ISBN 978-3-8300-7960-6 (Print/eBook)

Arabische Sprache, Attribut, Attributive Konstruktionen, Feldertheorie, Funktionale Pragmatik, Funktionale Syntax, Genitiv, Germanistik, Linguistik, Vergleichende Studie

Zum Inhalt

Osama Ahmad beschreibt das Attribut im Deutschen und im Arabischen als „Satzfunktion“. Zu diesem Zweck ist eine morphosyntaktische Beschreibung unentbehrlich. Für einen genauen Sprachvergleich eignen sich handlungstheoretische Zugänge. Weiterhin ist eine Ordnung der elementaren Mittel unter funktionalem Aspekt erforderlich, beispielsweise durch das Konzept der fünf sprachlichen Felder und ihrer Prozeduren. Es wird davon ausgegangen, dass einer Systematik der sprachlichen Mittel (als Formen) eine Systematik der Funktion (Zwecke) zur Seite gestellt werden muss. Aus diesem Grund ist ein Sprachvergleich auf Basis einer funktional-pragmatischen Grammatik möglich, auch wenn die beiden Sprachen aus zwei verschiedenen Sprachfamilien stammen.

Die typologischen Eigenheiten der beiden Sprachen spielen eine große Rolle bei der morphosyntaktischen Kombination der Adjektivphrase. Der Autor befasst sich mit der Darstellung des Adjektiv- und Partizipialattributs, dessen typologische Eigenheiten und Funktionen unter Berücksichtigung der syntaktischen Prozeduren und ihrer funktionalen Verwendung bei Eigennamen behandelt werden. Dies wird im Zusammenhang mit den Determinativen erörtert.

Weiterhin werden die häufigsten Genitivformen aufgezeigt und die direkte Beziehung des Genitivattributs zum Kopfnomen und seine Abhängigkeit von anderen erweiterten genitivischen Beifügungen dargestellt. Darüber hinaus wird das Genitivattribut genauer untersucht, sein Gebrauch analysiert und alternative Fügungen für Genitivattribute vorgestellt. In diesem Teil wird weiterhin auf die wichtigsten Arten der Genitivverbindung im Arabischen eingegangen. Im nächsten Schritt geht es darum, die postnominale Präpositionalphrase zu identifizieren. Die Untersuchung der Präpositionalattribute beschränkt sich dabei auf die pragmatisch-funktionalen Aspekte. In diesem Zusammenhang ist der Bezug auf die morphosyntaktischen Konstruktionsprinzipien der Präpositionalphrasen unentbehrlich. Welche Präposition jeweils auftreten kann oder in welchen Varianten diese gebraucht wird, bleibt aber unberührt, genauso wie die Semantik jeder einzelnen Präposition bzw. deren Zugehörigkeit zur jeweiligen semantischen Gruppe.

Die syntaktische Struktur des Relativsatzes wird nicht eingehend behandelt, sondern lediglich im Hinblick auf ihren Beitrag in der Parenthese und unter Berücksichtigung der Thema-Rhema-Struktur. Darüber hinaus werden einige wichtige Beiträge zur Unterscheidung von restriktiven und nichtrestriktiven (‘appositiven‘) Relativsätzen dargestellt.

Nach der Behandlung der vier Attributarten schließt sich die Problematik der grammatischen Regeln und der pragmatischen Bedingungen von komplexen attributiven Links- und Rechtserweiterungen der Nominalphrase an. Im Prinzip sind die Rezeption und Verarbeitung mehrerer Einheiten komplexer als das Verstehen einer Einheit, wobei die syntaktischen und pragmatischen Eigenschaften attributiver Konstruktionen dazu dienen, dem Hörer nach den jeweiligen kommunikativen Bedürfnissen die wichtigsten Hauptinformationen zu übermitteln. Das Interesse dieser sprachwissenschaftlichen Beobachtung der attributiven Erweiterung richtet sich besonders auf das Attribut im Nachfeld (Genitivattribut und Präpositionalattribut). Das erweiterte Attribut im Vorfeld wird nur kurz erörtert.

Die Literatur zur erweiterten pränominalen attributiven Konstruktion bietet eine vielfältige und umfassende Darstellung, die sich einerseits auf die historische Behandlung und die Stilgeschichte bezieht, andererseits auf die Typologie und die syntaktische Komplexität und Verständlichkeit dieser attributiven Phrase. Es wird daher versucht, verschiedene Seiten dieser attributiven Phrase darzustellen. Der Gegenstand der Betrachtung ist das erweiterte Attribut im Sprachsystem, seine Entstehung und Entwicklung, Typologie, Klassifikationskriterien sowie Häufigkeit und Umfang seiner Verwendung in verschiedenen geschriebenen Stilarten.



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