Doktorarbeit: Gottes- und Trinitätslehre – ein oder zwei Traktate?

Gottes- und Trinitätslehre – ein oder zwei Traktate?

Zur deutschsprachigen katholischen Dogmatik des 20. Jahrhunderts

THEOS – Studienreihe Theologische Forschungsergebnisse, Band 117

Hamburg 2014, 870 Seiten
ISBN 978-3-8300-7903-3

Rezension

[...] Die Doktorarbeit von Hirsch ist eine beachtliche Leistung. Jede Gesamtdarstellung der dogmatischen Gotteslehre des 20. Jahrhunderts wird sie zu berücksichtigen haben. [...] Die Darstellung ist übersichtlich, und jedes Kapitel bietet eine hilfreiche Zusammenfassung. Das Werk von P. Hirsch bringt nicht nur die formale Frage nach dem Verhältnis zwischen Gottes- und Trinitätslehre zur Geltung, sondern zeigt deren vielfältige Verbindung mit inhaltlichen Fragen, die über das ganze Werk wiederholt jeweils aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden. Am zentralen Beispiel der Lehre über den einen und dreifaltigen Gott wird die gesamte Dogmatik der Gegenwart beleuchtet.

Manfred Hauke, in:
Theologisches, Jahrgang 45, Nr. 09/10 September/Oktober 2015

20. Jahrhundert, De Deo uno et trino, Dogmatik, Dogmengeschichte, Gotteslehre, Systematische Theologie, Theologie, Traktatenproblematik, Trinitätslehre

Zum Inhalt

deutsch | english

Das Verhältnis der beiden Traktate Gottes- und Trinitätslehre war und ist in der Dogmatik umstritten. Karl Rahner monierte zu Beginn der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts die Trennung der beiden Traktate sowie die Trinitätsvergessenheit in der Neuscholastik. Diese Separierung ist nach Karl Rahners Ansicht der Summa Theologiae des hl. Thomas zuzuschreiben, die ab dem 16. Jahrhundert die Sentenzen des Petrus Lombardus als Standardlehrbuch ersetzt hat. Michael Schmaus dagegen sieht die Trennung schon in den Sentenzen grundgelegt. Soll man nun das in der Neuscholastik übliche Modell beibehalten, die Traktate wie Michael Schmaus in seiner Katholischen Dogmatik (1938-1965) verschränken oder gibt es weitere Alternativen? Die vorliegende Studie arbeitet diese Thematik anhand deutschsprachiger katholischer Dogmatiklehrbücher des 20. Jahrhunderts unter Einbeziehung der Theologiegeschichte auf. Diese Methode ermöglicht die Überprüfung der These von Karl Rahner sowie die Rückbindung der untersuchten Lehrbücher an ihre Vorbilder sowohl bezüglich des Inhaltes als auch in der Gliederung. Das 20. Jahrhundert wurde als Untersuchungszeitraum gewählt, da päpstliche Dokumente wie etwa Aeterni Patris (1879), Doctor Angelici (1914) und das Kirchenrecht von 1917 eine schon im vorherigen Jahrhundert bestehende Thomasrenaissance verstärkten. Zudem bietet das 20. Jahrhundert eine Vielzahl unterschiedlicher Dogmatiken im für die Theologie bedeutenden deutschen Sprachraum sowie Impulse durch das II. Vatikanum. In den ausgewählten Dogmatiken werden die Stellung der Traktate im Gesamtwerk sowie ihre interne Gliederung beschrieben. Es schließt sich jeweils eine ausführliche inhaltliche Analyse an. Dabei wird auf eine gewisse Repräsentation, jedoch nicht auf Vollständigkeit geachtet. Dieses Vorgehen erlaubt es, Tendenzen und Entwicklungen aufzuzeigen sowie die Vor- und Nachteile der einzelnen Modelle in den Blick zu nehmen. Eine Beschränkung auf die Gliederungsanalyse könnte zu Fehlschlüssen führen, da eine Verschiebung der einzelnen Kapitel weder eine Aufwertung der Trinitätslehre noch eine Verbesserung in der Präsentation des Stoffes garantiert.

Fazit: Die Studie gibt einen Überblick über die Behandlung der Gottes- und Trinitätslehre in deutschsprachigen katholischen Dogmatiklehrbüchern des 20. Jahrhunderts inklusive ihrer Quellen.



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