Forschungsarbeit: Dialektik der ökonomischen Rationalisierung

Dialektik der ökonomischen Rationalisierung

Kritik der ökonomischen Rationalität. Erster Band. Dritte, überarbeitete, aktualisierte und erweiterte Auflage

KRITIK UND REFLEXION – Interdisziplinäre Beiträge zur kritischen Gesellschaftstheorie, Band 14

Hamburg 2014, 578 Seiten
ISBN 978-3-8300-7735-0 (Print & eBook)

Geschichtsphilosophie, Gesellschaftstheorie, Kritik der Politischen Ökonomie, Kritische Theorie der Gesellschaft, Liberalismus, Neoliberalismus, Sozialphilosophie, Wirtschaftsgeschichte, Wirtschaftstheorie

Zum Inhalt

Die Kritik der ökonomischen Rationalität nimmt die Kritik der Politischen Ökonomie von Karl Marx durch eine Kritik der Politischen Ökonomie des neoliberalen und des unmittelbar vorangegangenen staatsinterventionistischen Kapitalismus auf.

Diese Fortsetzung einer großen Tradition ist indes nicht umstandslos möglich. Marx’ Kritik galt einem liberalen Kapitalismus, der sich aufklärerisch zur vorangegangenen Gewaltgeschichte verhielt und mit utopischen Ansprüchen auf Herrschaft der Vernunft, kosmopolitische Freiheit, Gleichheit aller Menschen, Verwirklichung eines allgemeinen Interesses, Wohlstand der Nationen und ewigen Frieden auftrat. Die Kritik der Politischen Ökonomie konnte die bürgerliche Aufklärung kritisch gegen sich wenden und zeigen: daß der Liberalismus keineswegs mit der „Geschichte als Schlachtbank“ (Hegel), mit der bewußtlos fortschreitenden Geschichte gebrochen hatte.

Die Kritik der ökonomischen Rationalität gilt hingegen einem neuen politisch-ökonomischen Liberalismus, der sich von der aufklärenden Vernunft verabschiedet hat und damit: von einer aufklärenden Erinnerung der Gesellschaftsgeschichte, von einer aufklärenden Erkenntnis der „Gesellschaft als Ganzer“, von einer „vernunftgegründeten Hoffnung“ (Kant). Der Neoliberalismus ist eine Ideologie ohne Utopie. Das, was ist, ist – neoliberal betrachtet – alles. Die Verhältnisse sind total verdinglicht, der „Fetischcharakter der Ware“ hat den genetischen Zusammenhang zur liberalen Aufklärung verloren und ist nur noch: vernunftlose „List“ (Hegel). Der liberale Fetischismus hat sich zur Ersatzreligion fixiert. Die neue Dogmatik ist ein „Glaubensbekenntnis“ (Hayek). Nichts scheint aus dem neoliberalen Gehäuse hinauszuführen.

Zum Autor

Gerhard Stapelfeldt lehrte bis 2009 als Professor am Institut für Soziologie der Universität Hamburg.



Informationen über das Veröffentlichen wissenschaftlicher Arbeiten.

nach oben