Forschungsarbeit: Der Zusammenhang zwischen Kognition und Handeln im Œuvre von Pierre Bourdieu

Der Zusammenhang zwischen Kognition und Handeln im Œuvre von Pierre Bourdieu

Soziologische Theorien in der Diskussion, Band 3

Hamburg 2014, 176 Seiten
ISBN 978-3-8300-7643-8 (Print/eBook)

Berbertum, Ethnologie, Französischer Strukturalismus, Lahiresche Theorie, Phänomenologie, Pierre Bourdieu, Poststrukturalismus, Sozialethnologie, Soziologie, Theorie des kommunikativen Handelns, Theorie segmentärer Gesellschaften, Völkerpsychologie

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Der Ethnologe Andrés Sebastian Sienkiewicz geht in seinem Buch der Frage nach einem anthropologischen Empfindungsvermögen nach. Er formiert sich dabei in bewusster Abgrenzung zur heutigen Praxistheorie, die davon ausgeht, dass das handelnde Individuum nur milieubezogene Interessen verfolgen und repräsentieren kann. Er beharrt auf einer menschlichen Fähigkeit des (praktischen) Fühlens, die der modernen Teilung in Arbeitsfelder (praktische Tätigkeit) vorausgegangen ist. Der Autor will Praxis in einem empfindsameren Kontext verstanden wissen, weil er der Meinung ist, dass die Humanwissenschaften eine größere Wachsamkeit für das Phänomen einer gefühlten Kultur aufbringen müssten. Die Diskussion um das richtige Handeln ist keine rein kognitive Angelegenheit. Das, was wir meist vergessen, ist, dass diese Welt nicht nur aus praktischen Augen betrachtet, sondern auch empfindsam verarbeitet und gestaltet wird. Deshalb kann gesellschaftliche Vernunft mit modernem Fortschritt bzw. Kognition alleine nicht erzwungen werden. Theoretische Klassifikationssysteme, die laut dem Praxistheoretiker Pierre Bourdieu empirisch beweisbar erst im sozialen Umgang miteinander verinnerlicht werden, sind für den Autor, wenn man sie genauer betrachtet, Abbildungen von Erscheinungen, die stets bereits vorher emotional durchdrungen worden waren. Der Praktiker ist weniger berechnend als sein Ruf, der keinerlei Individualität zulässt. In einer Theorie des Verstehens sozialer Empfindungen wird in diesem Buch der instrumentellen Weltaneignung nicht produktiver Instinkt (in der Praxistheorie illusio genannt), sondern ein pulsierendes Bedürfnis nach gesellschaftlicher Authentizität gegenübergestellt.



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