Doktorarbeit: Die Perspektive der Kinder auf Qualität im Kinderfernsehen

Die Perspektive der Kinder auf Qualität im Kinderfernsehen

Medienpädagogik und Mediendidaktik, Band 23

Hamburg 2014, 268 Seiten
ISBN 978-3-8300-7525-7 (Print/eBook)

Rezension

[...] Astrid Plenk schließt mit ihren Überlegungen zur kindlichen Perspektive auf Qualität im Kinderfernsehen eine Lücke im Qualitätsdiskurs in diesem Gebiet. Ihr gelingt eine sehr gute Verbindung zwischen dem Qualitätsbegriff und dem Kinderfernsehen, und sie führt einen konstruktiven Diskurs unter Berücksichtigung der Entwicklungspsychologie sowie der Lebenswelt von Kindern. Die durchgeführte Studie gibt einen ausführlichen Überblick über Qualitätskriterien aus Kindersicht. [...]

Kathrin Mertes, in:
MedienPädagogik, 15. Februar 2017

Bewertungskriterien, Entwicklungspsychologie, Erziehungswissenschaft, Internationales Filmfest Schlingel, Kinderfernsehen, Kindermedienfestival Goldener Spatz, Lebenswelt, Prix Jeunesse International, Qualität, Qualitative Inhaltsanalyse, Qualitative Sozialforschung

Zum Inhalt

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Obwohl für die jüngere Generation der Computer und das Internet eine Vielzahl von Verwendungsmöglichkeiten bieten, das Angebot stetig ansteigt und damit herkömmliche Medien wie Printmedien, Radio und auch das Fernsehen zunehmend unter Druck geraten, steht das Fernsehen bei den Kindern weiterhin an erster Stelle. Kinderfernsehen hat auch in der heutigen Zeit eine Relevanz für Kinder, solange die Inhalte sie überzeugen und das bieten, was sie fordern. Was genau das ist und wie detailliert sich diese Ansprüche gestalten, wird – aus Sicht der Kinder – erforscht. In diesem Zusammenhang ist der Begriff Qualität ein allgegenwärtiger und steht immer wieder in der öffentlichen Diskussion. Qualität kann jedoch nicht objektiviert werden, begründet durch unterschiedliche gesellschaftliche Vermittlungszusammenhänge. Denn so spiegeln sich in verschiedenen Disziplinen und Kontexten unterschiedliche Momente der Qualitätsdiskussion wider. Basierend auf der Auswertung aktueller Literatur zu diesem Themenfeld kristallisieren sich verschiedene Diskurse heraus, die dargelegt werden. Diese sind zum einen wichtig in der aktuellen Diskussion um Qualität im Kinderfernsehen. Zum anderen bestimmt gegenwärtig aber ein wesentliches Defizit die Auseinandersetzung mit dem Thema: In allen geführten Diskursen um Qualität im Kinderfernsehen werden Kinder zwar thematisiert, die Perspektive der Kinder selbst kommt jedoch in der Auseinandersetzung mit dem Thema Qualität nur selten vor. In der vorliegenden Untersuchung steht die Perspektive der Kinder im Mittelpunkt, um mehr über ihre Ansprüche zu erfahren, die sie an Programme haben, welche explizit für Kinder gemacht werden. Das bedeutet, Kinder mit ihren Sehgewohnheiten, Themenorientierungen und ihrer Alltagswelt ernst zu nehmen und miteinzubeziehen. In einem völlig neuen Untersuchungsfeld, nämlich den Kinderjurys auf diversen Film-? und Fernsehfestivals, werden die Kriterien von Qualität, welche die Jury-Kinder benennen, analysiert. Die qualitative Auswertung der Argumente, die Kinder im Rahmen ihrer Tätigkeit in Kinderjurys formulieren, erlaubt andere und neue Perspektiven, denn solche Juryformen können dazu beitragen, eine neue Öffentlichkeit zu bilden, die Kindern eine direktere Partizipation an den Medienprodukten ermöglicht. Die Diskussion über Qualität im Kinderprogramm wird somit auf Grundlage der von Kindern direkt geäußerten Qualitätsansprüche geführt. In der Nutzung von bereits etablierten Festivalstrukturen und Kinderjurys besteht eine gute Möglichkeit, eng an Qualitätsbewertungen aus Kindersicht heranzukommen, denn nicht zuletzt besitzen Kinderjurys eine Entscheidungsrelevanz und küren die Preisträger der ihnen am besten gefallenen Programme. Über die Aussagen in der Beurteilung des Gesehenen durch die Kinder wird es möglich, Kriterien herauszufiltern, die Kinder für wichtig erachten. Diese wiederum können dann Verwendung in der Konzeption von Programmen für Kinder finden. Rückwirkend leistet die kommunikative Beschäftigung mit Programmen auch einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Medienkompetenz, die verbunden ist mit der Förderung kommunikativer, kognitiver und emotionaler Kompetenz. Aus den Aussagen der Kinder werden relevante Kriterien abgeleitet, um dann diese Kriterien in Auseinandersetzung mit den aktuellen wissenschaftlichen Diskursen zum Thema Qualität im Kinderfernsehen, in die Produktion und die Programmstrategie zurückfließen zu lassen.



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