Dissertation: Bedeutung regionaler Netzwerkstrukturen für Unternehmen in räumlichen Branchenclustern

Bedeutung regionaler Netzwerkstrukturen für Unternehmen in räumlichen Branchenclustern

Empirische Evidenz anhand der Obst- & Gemüsewertschöpfungskette

Schriftenreihe agrarwissenschaftliche Forschungsergebnisse, Band 49

Hamburg 2014, 262 Seiten
ISBN 978-3-8300-7500-4

Agrarökonomie, Cluster, Deutschland, Gemüse, Michael Porter, Niederrhein, Obst, Rhein-Pfalz Kreis, Soziale Netzwerkanalyse, Soziologie, Wertschöpfungskette, Wirtschaftsgeografie

Zum Inhalt

Während innerhalb der neoklassischen Annahmen Transaktionen durch die unsichtbare Hand des Marktes geregelt werden und soziale Beziehungsstrukturen innerhalb dieser Modelle unbeachtet bleiben, finden Netzwerkrelationen zwischen Unternehmen und Institutionen in den letzten zwei Dekaden vermehrt Eingang in verschiedenen wirtschaftswissenschaftlichen Theorien. Neben dem Strategischen Management und der Supply Chain Theorie wird besonders in dem aus der Wirtschaftsgeographie stammende Clusterkonzept unterstellt, dass die durch räumliche Nähe verstärkte Interaktion von Unternehmen und Institutionen Wettbewerbsvorteile für die involvierten Akteure bringt. Dabei wird das aus der Soziologie stammende Konzept interorganisationaler Netzwerke lediglich theoretisch angenommen, ohne die exakten Strukturen und wettbewerbssteigernde Elemente dieser Relationen zu erforschen. Diese Lücke soll in der nachfolgenden Studie geschlossen werden.

Das Ziel der Studie ist zweiteilig. Nach einer in der Literatur bisher fehlenden Identifizierung räumlicher Branchencluster für das deutsche Ernährungsgewerbe, werden exemplarisch am Obst- und Gemüsesektor die Netzwerkstrukturen zweier Clusterregionen untersucht und mit zwei nicht geclusterten Raumeinheiten verglichen.

Methodisch wird dabei nach der auf sekundärstatistischem Datenmaterial basierenden Indexanalyse zur Clusteridentifizierung eine Primärerhebung mit 124 Unternehmen und Institutionen entlang der Obst- und Gemüsewertschöpfungskette in vier Regionen Deutschlands durchgeführt. Diese beinhaltet einen Methodenmix in Form netzwerkanalytischer Angaben basierend auf Namensgeneratoren kombiniert mit standardisierten Fragen zur Einschätzung verschiedener Aspekte wie Vertrauen, Informationsfluss, Vernetzung sowie letztlich auch der eigenen Wettbewerbsfähigkeit.

Die Ergebnisse zeigen, dass es innerhalb der räumlichen Branchencluster zu einer verstärkten Vernetzung der Akteure kommt. Entgegen der Annahmen verfügen allerdings auch die Clusterakteure über ein stärkeres Beziehungsumfeld zu Unternehmen und Institutionen in anderen Regionen. Elemente wie Vertrauen und verbesserter Informationsfluss werden innerhalb der Regionen nicht als stärker wahrgenommen. Jedoch verfügen die Clusterregionen generell über eine bessere Infrastruktur sowie einen größeren Zugang zu Beratern. Die bestehende erhöhte Wettbewerbsfähigkeit von Clusterunternehmen kann zu Teilen mit diesen Aspekten begründet werden. Bezüglich der Netzwerkposition der einzelnen Akteure zeigen die Ergebnisse, dass nicht nur die direkten Verbindungen, sondern die Möglichkeit jeden Netzwerkakteur auf möglichst direktem Weg zu erreichen, eine erhöhte Wettbewerbsfähigkeit bedingen.



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