Dissertation: Strategisches Ergebnis- und Risikomanagement innerhalb des neuen kommunalen Finanzmanagements

Strategisches Ergebnis- und Risikomanagement innerhalb des neuen kommunalen Finanzmanagements

Finanzmanagement, Band 100

Hamburg 2013, 394 Seiten
ISBN 978-3-8300-7226-3 (Print/eBook)

Banken, Barwertige und periodische Steuerung, Controlling, Debt-Management, Doppik, Ergebnismanagement, Kommunale Risikotragfähigkeit, Kommunales Controlling, Kommunales Finanzmanagement, Liquiditäts- und Zinsrisikosteuerung, Neues Kommunales Finanzmanagement, Neues Kommunales Rechnungs- und Steuerungssystem, NKF, NKRS, Risikomanagement, Strategiesimulation, Strategisches Management

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Das als großes Hindernis für eine zeitgemäße Steuerung bezeichnete System der Kameralistik ist oder wird in vielen Kommunen zugunsten der doppelten Buchführung abgeschafft. Derzeit steht jedoch neben der Bearbeitung der Problemfelder im Rahmen der Einführung eher das operative Instrumentarium der neuen Rechnungslegung im Vordergrund. Das neue kommunale Steuerungssystem soll jedoch über die Nutzung als rein operatives Instrument hinaus gehen. Die kommunale Finanzpolitik muss – will sie wirklich die nachhaltige Sicherung der kommunalen Aufgabenerfüllung und die Sicherstellung der intergenerativen Gerechtigkeit verfolgen – strategische Aspekte in die Steuerung einbinden, ja sogar eine vollständige Strategie als Steuerungsvorgabe für das operative Management entwickeln.

Das Buch liefert einen Beitrag zur strategischen kommunalen Steuerung, der den Teilaspekt des Finanzmanagements, dessen Instrumente und die Operationalisierung der Strategiefindung in den Fokus rückt. Die in Forschung und kommunaler Praxis existente Strategie- und Managementlücke zwischen operativem Bereich und Strategieforschung auf oberster Betrachtungsebene wird dabei sowohl theoretisch konzeptionell als auch hinsichtlich konkreter Anwendungsansätze geschlossen. Im Gegensatz zu bisherigen Verfahren der strategischen Leitbild- und Zielentwicklung, die in erster Linie einen top-down-Ansatz verfolgen, gelingt die Lückenschließung durch einen aus der operativen Steuerung entwickelten Ansatz. Dies ist nicht nur in der Übertragung und Weiterentwicklung der betriebswirtschaftlichen Methodik begründet, sondern in der Generierung von rechenbaren Strategieszenarien. Aufgrund der dadurch möglichen quantitativen Beurteilungsmöglichkeit wird der qualitativ ausgerichteten kommunalen Leit- und Zielbildsteuerung gleichzeitig ein controllingorientiertes Zahlenfundament für eine managementorientierte Entscheidung bereitgestellt.

Nach Konkretisierung des Zielsystems des kommunalen Finanzmanagements und der Darstellung grundsätzlicher Erfolgs- und Risikomaße und konsequenter Anwendung auf das Finanzmanagementzielsystem im gesamtkommunalen Controllingkontext werden Konzepte zur strategischen Steuerung entwickelt und deren Anwendbarkeit im Rahmen von Modellkalkulationen nachgewiesen: zunächst anhand des überaus relevanten Steuerungsbereichs des Zinsrisikomanagements innerhalb des Debt-Management. Diese Operationalisierung der Strategiefindung bedeutet zugleich ein tatsächliches Schließen der Strategie- und Managementlücke. Als weitere Ausprägung des Wirkungsbereichs des Finanzmanagements im engeren Sinne wurde das kommunale state-of-the-art-Liquiditätsmanagement in seinen Eckpfeilern entwickelt.

Darüber hinaus werden die Kernbereiche des Finanzmanagements in den gesamtkommunalen Risikokontext eingebettet, indem auch die Positionen der Ergebnis- und Vermögensrechnung im Gesamtkonzept berücksichtigt wurden, für deren primäre Ausprägung das Finanzmanagement im engeren Sinne nicht ursächlich verantwortlich ist. Strategische Risikomessung und strategisches Risikomanagement dieser Positionen stellen jedoch sehr wohl einen Aufgabenbereich des Finanzmanagements dar. Demzufolge werden Identifizierungs- und Quantifizierungsmethoden im Einzelnen für jede relevante Risikoart entwickelt. Die systematische Aggregation, Gegenüberstellung mit kommunalen Risikodeckungspotenzialen, und das Aufzeigen eines Instrumentariums für das Risikomanagement stellen insgesamt weitere Bausteine zur Schließung der eingangs diagnostizierten Lücke in der strategischen Kommunalsteuerung dar. Schließlich werden die Implikationen einer Erweiterung der Kommunalsteuerung im herkömmlichen Sinne von einer Kernverwaltungssicht auf die Gesamtsteuerung des „Konzerns Kommune“ aufgezeigt.



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