Forschungsarbeit: Quo vadis, Bologna?

Quo vadis, Bologna?

The Challenges to Catholic Higher Education in Germany

Bildungspolitik, Bologna-Prozess, Erziehungswissenschaft, Heiliger Stuhl, Hochschulpolitik, Katholische Erziehung, Priesterausbildung, Religionslehrer-Ausbildung, Staat-Kirche-Kooperation, Theologie, Theologische Fakultäten

Zum Inhalt

deutsch | english

„Niemand kann zwei Herren dienen? (Matthäusevangelium 6:24). Doch genau das wird von den Katholisch-Theologischen Fakultäten in Deutschland erwartet. Sie sollen gleichzeitig den staatlichen Vorgaben folgen als auch den Vorschriften des Heiligen Stuhles, die beide – wenn auch in unterschiedlicher Weise – ihre eigenen Wertvorstellungen verfolgen. Begreiflicherweise muss diese Situation zu Konflikten, wenn nicht sogar zu unlösbaren Problemen führen. Genau zu wissen, wo, warum und mit welchen Folgen es Probleme gibt bzw. geben kann, ist daher für die Zusammenarbeit beider Partner von größter Bedeutung.

Das gilt auch für die Durchführung des Bologna-Prozesses. Obwohl der Heilige Stuhl bereits vor zehn Jahren dem Bologna-Prozess beitrat, ist dessen Umsetzung in Deutschland eben wegen der besonderen staatskirchlichen Konstellation noch immer nicht vollständig erfolgt. Gleichzeitig gibt es aber auch bislang keinerlei öffentliche Diskussion über die spezifischen Veränderungen, die er für die katholische Hochschulbildung mit sich bringt.

Die Studie eröffnet die längst überfällige Diskussion mit einer Analyse der beiden Gebiete mit dem größten Konfliktpotential: (1) Das grundlegende Ziel des Hl. Stuhles als europaweit größtem Anbieter von Hochschulbildung, in all seinen Institutionen die Glaubensmission der Katholischen Kirche umzusetzen. (2) Die sowohl sachlich als auch hermeneutisch irrige Vorstellung, dass der Bologna-Prozess nur rein formale Veränderungen erfordere und die (katholischen) Lehrinhalte und -ziele unbeeinträchtigt belasse.

Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass die Durchführung des Bologna-Prozesses auf beiden Seiten zu unausweichlichen Veränderungen und Anpassungen führen muss. Gleichzeitig erklären sie, wo, wie und warum sie entstehen. Denn nur auf dieser Grundlage kann man sich eine wohldurchdachte Meinung bilden, ob diese Veränderungen akzeptabel sind bzw. welche weiteren Korrekturmaßnahmen man ergreifen muss.



Informationen über das Veröffentlichen wissenschaftlicher Arbeiten.

nach oben