Doktorarbeit: Jugend und Melancholie

Jugend und Melancholie

Die Faszination des Todes und das Phänomen der Melancholie am Beispiel der Gothic-Szene unter interdisziplinärem Aspekt

Studien zur Kindheits- und Jugendforschung, Band 65

Hamburg 2013, 336 Seiten
ISBN 978-3-8300-7135-8

Adoleszenz, Depression, Erziehungswissenschaft, Georges Bataille, Gothic, Jaques Lacan, Jugendforschung, Jugendkultur, Psychoanalyse, Psychologie, Slavoj Žižek, Soziologie, Thanatologie, Tod

Zum Inhalt

Das Buch nimmt das bisher weitgehend vernachlässigte Thema „Jugend und Melancholie“ am Beispiel der sogenannten Gothic-Szene auf und geht ihm aus den Perspektiven von Erziehungswissenschaft, Psychologie, Soziologie, Thanatologie und insbesondere der Psychoanalyse nach. Als erste wissenschaftliche Abhandlung, die sich ausführlich und systematisch mit der Bedeutung des Phänomens der Melancholie im Kontext der rätselhaften Jugend-Szene der Gothics beschäftigt, kann sie zugleich als eine kritische Pionierarbeit gelesen werden, welche mit hohem Anspruch das begriffliche und epistemologische Arsenal einer angemesseneren Jugendforschung auf einer theoretischen Ebene begründet.

Ausgangspunkt der Studie ist die Idee, die Begriffe Depression und Melancholie grundsätzlich voneinander zu unterscheiden, weil sie sich – so die leitende Hypothese – auf zwei völlig verschiedene Erlebensweisen des In-der-Welt-Seins beziehen. Um diese Differenzierung vorzunehmen, wird der Begriff Melancholie, ausgehend von der exemplarischen Faszination des Todes in der Schwarzen-Szene, neu und vor allem genauer als bisher bestimmt. Somit wird überhaupt erst deutlich, was unter Melancholie und melancholisch sein verstanden werden kann. Im Anschluss an die Theorien Batailles, Baudrillards, Freuds, Lacans und die Neo-Psychoanalytischen Ansätze Slavoj Žižeks gelingt es dem Autor, die melancholische Grundhaltung der Mitglieder der Gothic-Szene von verbreiteten pathologischen Deutungen, negativen Konnotationen und damit verbundenen Stigmatisierungen zu befreien. Stattdessen wird das Phänomen Melancholie als identitätsstiftendes, Kohäsion erzeugendes und letztlich auch gesellschaftskritisches Moment formuliert. Am Ende der Abhandlung steht somit ein neuer und innovativer Melancholie-Begriff, der weit über die spezifische Jugend-Szene der Gothics Bedeutung hat, von elementarer Bedeutung für die Selbstbildung des Subjekts ist und sogar als eine Form der Lebenskunst verstanden werden kann.



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