Doktorarbeit: Eine Untersuchung zur Multidimensionalität von Inhibitionsprozessen im Vor- und Grundschulalter

Eine Untersuchung zur Multidimensionalität von Inhibitionsprozessen im Vor- und Grundschulalter

Schriften zur Entwicklungspsychologie, Band 33

Hamburg 2013, 220 Seiten
ISBN 978-3-8300-7033-7 (Print/eBook)

Arbeitsgedächtnis, Aufmerksamkeit, Entwicklungspsychologie, Exekutive Funktionen, Inhibition, Interferenzkontrolle, Kognitive Psychologie, Reaktionsinhibition

Zum Inhalt

Die Fähigkeit zur Inhibition stellt unumstritten eine der wichtigsten Fähigkeiten des Menschen dar. So spielt sie unter anderem eine zentrale Rolle bei der kognitiven Entwicklung im Kindesalter und scheint am erfolgreichen Erwerb sowie an der Bewältigung vielfältiger Kulturtechniken wie dem Lesen, Schreiben und Rechnen beteiligt zu sein. Darüber hinaus werden die unterschiedlichsten klinischen Störungsbilder wie die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Zwangsstörungen oder auch Persönlichkeitsstörungen mit einer verminderten Inhibitionskapazität assoziiert.

Während Inhibitionsprozesse in der Vergangenheit eher als einheitliches Konstrukt betrachtet wurden, setzte sich in den letzten Jahren vermehrt eine multidimensionale Vorstellung des Konstruktes durch. Hierbei werden primär zwei Prozesse voneinander abgegrenzt: Zum einen die Interferenzkontrolle, welche sich auf die Unterdrückung von aufgabenirrelevanter Information bezieht und zum anderen die Reaktionsinhibition, welche sich auf die Unterdrückung einer vorherrschenden - in der Situation jedoch unpassenden - Reaktionstendenz bezieht. Während die Differenzierung dieser beiden Prozesse für Erwachsene empirisch bereits bestätigt wurde, widmet sich das Werk der Struktur von Inhibitionsprozessen im Vor- und Grundschulalter.

Hierzu wurde zunächst eine korrelative Analyse unterschiedlichster Verfahren zur Erfassung der Inhibitionskompetenz durchgeführt, gefolgt von zwei experimentellen Untersuchungen. Die Ergebnisse stützen die Hypothese der Multidimensionalität von Inhbitionsprozessen ab dem Alter von sechs Jahren bis hinein ins Erwachsenenalter. Das Buch könnte somit einen wichtigen Beitrag dazu leisten, eine gestörte oder verzögerte Entwicklung der Inhibitionskompetenz in Zukunft differenzierter diagnostizieren zu können.



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