Dissertation: Tax Accounting vor dem Hintergrund des BilMoG und der E-Bilanz

Tax Accounting vor dem Hintergrund des BilMoG und der E-Bilanz

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre in Forschung und Praxis, Band 82

Hamburg 2013, 476 Seiten
ISBN 978-3-8300-6898-3 (Print/eBook)

Bilanzierungspraxis, Bilanzrechtsreform, Empirische Studie, Handelsbilanz, Latente Steuern, Maßgeblichkeitsgrundsatz, Rechnungslegung, Steuerabgrenzung, Steuerbilanzpolitik, Steurrecht, Tax Reporting, Temporary-Konzept

Zum Inhalt

Das Tax Accounting in Deutschland steht vor neuen Herausforderungen und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Das Inkrafttreten des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) und die Verpflichtung zur Einreichung einer elektronischen Bilanz (sog. E-Bilanz) bei den Finanzbehörden haben diese Entwicklung im Wesentlichen ausgelöst und weiter vorangetrieben. Die Aufgabe der umgekehrten Maßgeblichkeit und die Einführung eines umfassenden steuerlichen Wahlrechtsvorbehaltes im Zuge des BilMoG führen zu einem weiteren Auseinanderfallen von Handels- und Steuerbilanz. Hiervon betroffen ist auch die Bilanzierung latenter Steuern (deferred taxes) im handelsrechtlichen Jahresabschluss gem. § 274 HGB, da der vollzogene Konzeptionswechsel vom Timing-Konzept zum international gebräuchlichen Temporary-Konzept die Relevanz latenter Steuern steigert. Latente Steuern sind als Indikator für die Unterschiede zwischen dem handelsrechtlichen Jahresabschluss und der steuerlichen Gewinnermittlung zu werten und an der „Schnittstelle“ zwischen handelsrechtlicher Rechnungslegung und Steuerrecht einzuordnen. Der infolge des BilMoG eingeführte subsidiäre Maßgeblichkeitgrundsatz und die daraus resultierende Eigenständigkeit der Steuerbilanzpolitik zeichnen ebenfalls für das Ausmaß der Entstehung von latenten Steuern verantwortlich. Darüber hinaus sind nunmehr auch erstmals aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge zu bilden.

Vor diesem Hintergrund wird in dieser Abhandlung untersucht, welche konkreten Auswirkungen für das Tax Accounting aus den skizzierten Entwicklungen hervorgehen und in welcher Form Interdependenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz nach diesen grundlegenden Änderungen fortbestehen. Neben der konzeptionellen Diskussion und Würdigung der Neuregelung zur Abgrenzung latenter Steuern findet eine empirische Analyse der Bilanzierungspraxis deutscher kapitalmarktorientierter Unternehmen im Hinblick auf die latenten Steuern statt. Dazu werden die erstmalig nach den Regelungen des BilMoG erstellten HGB-Jahresabschlüsse von 410 kapitalmarktorientierten Unternehmen untersucht. Die normative Analyse wird daher u.a. dahingehend ergänzt, wie die existierenden Wahlrechte und Ermessensspielräume in praxi ausgeübt werden. Durch ihre umfassende Untersuchung konnte die Autorin sowohl neue Erkenntnisse zur Bilanzierungspraxis latenter Steuern gewinnen als auch die Ergebnisse anderer Studien bestätigen. Die Verfasserin beantwortet die Frage, inwiefern de facto eine Aufwertung der Bilanzierung latenter Steuern im Jahresabschluss von Kapitalgesellschaften nach Inkrafttreten des BilMoG erfolgt.



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