Forschungsarbeit: Paul Maria Baumgarten – Deutscher Kirchenhistoriker und römischer Priester

Paul Maria Baumgarten – Deutscher Kirchenhistoriker und römischer Priester

Eine Annäherung an Leben und Werk

Studien zur Kirchengeschichte, Band 14

Hamburg 2013, 322 Seiten
ISBN 978-3-8300-6869-3 (Print/eBook)

Biographie, Deutsche Urkundenforschung, Erster Weltkrieg, Erzberger, Geschichte, Gesellschaft Jesu, Kirchengeschichte, Modernismus, Nachlass, Nationalsozialismus, Paul Maria Baumgarten, Politischer Katholizismus, Vulgata-Bellarmin-Kontroverse

Zum Inhalt

Die Darstellung bietet einen Überblick über Leben und Werk des Kirchenhistorikers und Publizisten Paul Maria Baumgarten (1860–1948). Der katholische Konvertit erscheint als Mitwirkender des katholischen Verbandswesens und des politischen Katholizismus mit Beziehungen zu bedeutenden Zentrumspolitikern wie Ludwig Windthorst, Ernst Maria Lieber oder Matthias Erzberger. Seine Mehrsprachigkeit und seine zahlreichen Auslandsaufenthalte vergrößerten die Zahl seiner unzähligen Bekanntschaften.

Die Vielseitigkeit Baumgartens ist auch in seiner breit angelegten Ausbildung in Jurisprudenz, Geschichte und Theologie erkennbar. Die Urkundenforschung war sein eigentlicher Lebensinhalt – mehrere Werke zur Kurienforschung und seine Zettelsammlung von europäischen Papsturkunden nach 1198, der „Schedario Baumgarten“, zeugen davon. Daneben sind zahlreiche kirchenhistorische und politische Artikel sowie bunt gemischte Rezensionen verschiedenster Bücher bekannt. Er griff ferner in offizielle Diskussionen ein (wissenschaftliche Voraussetzungslosigkeit, Forderung eines Deutschen Historischen Instituts in Rom).

Seit 1887 in Rom lebend und dort mit bedeutenden katholischen Gelehrten befreundet, wurde Baumgarten 1894 römischer Priester. Zu den Päpsten Leo XIII. und Pius X. sowie zu einigen kurialen Würdenträgern hatte er ein gutes Verhältnis. Nachdem Baumgarten 1914 bis 1915 ein Propagandabeauftragter Erzbergers in Rom war, machte er zwei Frontreisen und lebte anschließend in Berlin (Revolution, Kapp-Putsch). 1920 kehrte er nach Rom zurück. Als Historiker, der Legenden und apologetischer Methodik ablehnend gegenüberstand, griff er durch eine Publikation in den Seligsprechungsprozess des Jesuitenkardinals Bellarmin ein. Dies kostete ihn seine päpstliche Hausprälatur. Er verließ Rom 1925 und fand schließlich eine Stelle als Kommorant im oberbayerischen Neuötting, wo er auch starb, nachdem er noch weitere antijesuitische Bücher veröffentlicht hatte.



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