Dissertation: Einkommen für alle?

Einkommen für alle?

Arbeitsmarktrelevante Verhaltensänderungen junger gering Qualifizierter nach der Implementation eines steuerfinanzierten Universaltransfers

Wirtschaftspolitik in Forschung und Praxis, Band 61

Hamburg 2013, 522 Seiten
ISBN 978-3-8300-6806-8 (Print/eBook)

Aktivierung, Arbeitslosengeld, Arbeitsmarkt, Arbeitsmarktentscheidung, Bedingungsloses Grundeinkommen, Bürgergeld, Dieter Althaus, Flat Tax, Götz Werner, Grundeinkommen, Hartz IV, Negative Einkommenssteuer, Sozialpolitik, Stilllegungsprämie

Zum Inhalt

Werden Menschen arbeiten, wenn der Staat ihnen ein bedingungsloses Grundeinkommen ausbezahlen würde? Wäre ein bedingungsloses Grundeinkommen eine Alternative zur Sozialstaatskonzeption 2010 mit dessen erwerbszentriertem § 1 SGB II und seiner, insbesondere gegenüber jungen Personen verstärkten, Sanktionierungspraxis?

Die heutige Sozialstaatskonzeption ist ein Kompromiss zwischen sozialer Absicherung und Markteffizienz, wobei gravierende Fehlanreize systeminhärent sind. Deutschland ist als wirtschaftsstarke Nation zwar weltweiter „Export-Vizeweltmeister“, nimmt jedoch eine Spitzenposition unter den OECD-Ländern hinsichtlich der Arbeitslosigkeit von gering Qualifizierten ein. Auch in Zeiten wirtschaftlicher Prosperität werden größtenteils lediglich Arbeitskräfte mit hoher Qualifikation nachgefragt, während Megatrends darauf hindeuten, dass aufgrund des technologischen Fortschritts immer weniger einfache Arbeit nachgefragt wird. Stephan Convent beschäftigt sich mit der Frage, ob die anhaltend hohe Sockelarbeitslosigkeit in Deutschland über eine Umstellung des Sozialstaates gehandhabt werden kann. Er fokussiert dabei nicht nur die am Arbeitsmarkt oder in der Schattenwirtschaft vergüteten Tätigkeiten, sondern auch Einflüsse auf Fertilität und Bildungsbereitschaft. Zielgruppe sind junge Personen zwischen 18 und 35 Jahren, die, wie der Autor annimmt, zu besonders sensiblen Verhaltensanpassungen tendieren werden. Anhand einer Befragung fast aller Fallmanager in Thüringen und Sachsen-Anhalt konnten arbeitsmarktrelevante Verhaltensänderungen der knapp 35.000 betreuten jungen Personen mit geringer Qualifikation festgestellt werden, die nach der Implementation eines Grundeinkommens aus Sicht der Fallmanager eintreten werden. Interessante und teils überraschende Ergebnisse zeigen eine Verschiebung von Prioritäten bei gering Qualifizierten und kontrastieren deutlich die unterschiedlichen Wirkweisen eines Grundeinkommens und der aktuellen Sozialstaatskonzeption.



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