Dissertation: Kulturanalyse des Katastrophenfilms

Kulturanalyse des Katastrophenfilms

Schriften zur Medienwissenschaft, Band 32

Hamburg 2012, 316 Seiten
ISBN 978-3-8300-6722-1

Amerika, Angst, Cultural Studies, Filmwissenschaft, Frontier, Gesellschaft, Katastrophenfilm, Kino, Mainstream, Neunziger Jahre, Nordamerikastudien, Patriotismus, Politik, Siebziger Jahre, Tugenden

Zum Inhalt

Hurrikane, Vulkanausbrüche, Seebeben oder Terrorrangriffe – wann immer Menschen bedroht sind, wird darüber exzessiv berichtet. Das mit Katastrophen verbundene Grauen erschüttert, doch es geht auch eine große Faszination von ihm aus. Nicht umsonst bilden Schreckensszenarien häufig die Grundlage für ausgesprochen erfolgreiche Filme, wie Earthquake (1974), Armageddon (1998) oder 2012 (2009). Die Attraktivität der Katastrophenfiktion liegt vor allem in der mit Angstlust gepaarten Schaulust des Publikums begründet. Katastrophenfilme affizieren viele Sinne im selben Moment und machen Angst und Lust zugleich.

Häufig wird den spektakulären Blockbustern jedoch Wirklichkeitsfremde vorgeworfen. Doch die Popularität der Filme lässt darauf schließen, dass abgesehen von den Spezialeffekten, durchaus weitere Faktoren erfolgsentscheidend sind.

Das Buch zeigt auf, auf welche Weise kulturelle Kontexte die Entwicklung, Konzeption und den Inhalt der Filme beeinflussen. Die Untersuchung beschränkt sich dabei ausschließlich auf den amerikanischen Filmmarkt. Das Werk bietet einen Überblick über die wesentlichen Genremerkmale sowie die wichtigsten Entwicklungsphasen des Katastrophenfilms. Angefangen bei den fünfziger Jahren bis hin zur Jahrtausendwende wird das sozio-politische Klima der unterschiedlichen Genrehochphasen beleuchtet.

Die Analyse dokumentiert inwiefern gesellschaftliche Ängste, der technische Fortschritt, respektive die Entwicklung der Massenmedien, sowie das Verlangen nach Katastrophenfilmen in direktem Bezug zueinanderstehen.

Mehr noch, aufgrund ihrer Ikonografie und Erzählstruktur machen Katastrophenfilme sowohl US-amerikanische Traditionen und Tugenden sowie politische Diskurse für den Zuschauer zugänglich. Seit den fünfziger Jahren hat der Katastrophenfilm zusehends an Bedeutung innerhalb der Popkultur gewonnen, ebenso wie seine Funktion als politischer Transmitter. Denn gerade wegen ihrer vermeintlichen Trivialität eignen sich die Filme als politische Meinungsvehikel.

Earthquake, Armageddon oder Twister – das mit Katastrophen verbundene Grauen fasziniert Millionen Zuschauer im Kino. Doch was macht US-Katastrophenfilme, abgesehen von ihrer spektakulären Ästhetik, so erfolgreich? Warum gibt es in der amerikanischen Filmgeschichte immer wieder Phasen, in denen gerade dieses Genre besonders populär ist? Das Buch untersucht Filmbeispiele in ihrem kulturellen Kontext und demonstriert, wie es den vermeintlich trivialen Blockbustern gelingt, US-amerikanische Traditionen und Tugenden, sowie politische Diskurse einem Massenpublikum zugänglich zu machen.



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